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Tucson und der Saguaro National Park (Arizona)

Diese Stadt mit dem indianischen Namen (spricht sich "tjusn" aus!) ist "Eingeweihten" v.a. wegen der astronomischen Einrichtungen bekannt (weltweit wichtigstes Institut für Planetenforschung, Nationalobservatorium mit dem inzwischen "nur" noch drittgrößten US-Spiegelteleskop etc.). Da die Stadt mitten zwischen Bergen liegt, die keinerlei sichtbaren Bewuchs aufweisen (es sei an die große Trockenheit dieser wüstenhaften Gegend erinnert), konnte ich z.B. auch von unserem Motel aus die Berge mit großem Erfolg nach Sternwarten absuchen: neben der größten Kuppel mit dem 4m-Spiegelteleskop (vgl. o.) befinden sich auf demselben Gipfel noch weitere, kleinere Kuppeln, aber man findet kaum einen Gipfel rings um Tucson, der überhaupt keine Beobachtungskuppel beherbergt! Die im Freien vorhandenen Beleuchtungskörper in Arizona und speziell in Tucson sind nach einer in diesem Bundesstaat gültigen Verordnung gegen Lichtverschmutzung so konstruiert, daß sie kein Licht nach oben abstrahlen und somit den Himmel nicht aufhellen - für die benachbarten Observatorien ein essentieller Faktor. Unverschämterweise hat der Petitionsausschuß des deutschen Bundestages einen ähnlichen Antrag bei uns selbstherrlich schon von vornherein abgelehnt, da "die Bevölkerung das nicht akzeptieren würde" - das sollte man die Leute gefälligst selbst entscheiden lassen! Außerdem ergibt sich nämlich auch eine Energieeinsparung, aber das habe die Ignoranten im deutschen Parlament wohl entweder nicht geglaubt oder nicht begriffen. Da es in Arizona mindestens 300 völlig klare Tage und Nächte im Jahr gibt (meist eher 330), sind die Beobachtungsbedingungen für Astronomen dort ausgezeichnet. Während unserer Rundreise durch Arizona und das klimatisch nahezu identische New Mexico habe ich nur ein einziges mal ein auch nur winziges Wölkchen am Himmel gesehen. Auf die weniger erfreuliche Begegnung mit einem der einheimischen Reptilien hatte ich schon hingewiesen. 

In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt ein weiterer Nationalpark, vielleicht der ungewöhnlichste, den wir gesehen haben. Bäume wachsen in dieser trockenen Gegend so gut wie keine, aber es gibt natürlich einige Wüstenpflanzen, darunter die aus Western und Comics wohlbekannten großen Saguaro-Kakteen. Diese großen Pflanzen, die zehn Meter hoch werden können und erst ab einem Alter von 75 Jahren seitliche "Triebe" bilden, übernehmen dort die Rolle von Bäumen und bilden im Park regelrechte "Wälder", die natürlich sehr merkwürdig aussehen - es erinnert an ein vergrößertes Feld aus senkrecht stehenden Streichhölzern, nur das die "Stämme" natürlich grün sind. Das konnten wir von einer Anhöhe auf einem Beobachtungspunkt deutlich sehen, frappieren sind auch die sehr gleichmäßigen Abstände zwischen den einzelnen "Bäumen". Diese Kakteen sind sehr widerstandsfähig, sie bilden eine Art hohles Innenskelett und werden oft ziemlich alt. Einen der Bewohner des "Saguaro-Waldes" konnten wir auch sehen - einen Saguaro-Specht, der Höhlen in diese - und nur in diese - Kakteen hämmert und somit genau dieselbe Rolle spielt, wie unsere Spechte in unseren Wäldern. Es gibt auch ein paar unangenehmere Mitglieder der Wüstenpflanzengesellschaft: im Visitor Center war auch ein Exemplar einer Art ausgestellt, die z.B. für alle größeren Tiere sehr unangenehm werden kann, da bei der leichtesten Berührung ein Stück Stachelkugeln auf das "Opfer" "abgeschossen" wird und mit seiner Widerhaken nicht nur schmerzhaft im Fleisch sitzt, sondern auch nur schwer wieder zu entfernen ist. Auf diese hinterhältige Weise läßt diese Kaktusart ihren Samen verbreiten. 

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Fragen, Anmerkungen etc. an:  stefan.urbat@apastron.lb.shuttle.de

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