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Hoover Dam und Grand Canyon (Arizona)

Der Hoover Dam staut den Colorado River zu einem See auf, der größenmäßig mit dem Bodensee konkurrieren kann. Das Ergebnis ist hinter dem Stausee ein ziemlich spärlich fließender Colorado, woran auch gelegentliche Stromschnellen nichts ändern. Dabei entstand der Grand Canyon durch viele Erdrutsche, die durch Hochwasserphasen des Colorado ausgelöst wurden; daher wurde 1996 ebenfalls eine künstliche Überflutung des Canyon-Grundes durch Öffnung der Schleusen des Hoover Dam ausgelöst, damit sich die Landschaft auf der Sohle des Canyon wieder etwas regenerieren konnte: sie hatte durch die über 60 Jahre ausgeschalteten Überflutungen bereits einiges von ihrer Eigentümlichkeit eingebüßt. Soviel zur Vorgeschichte. Der Hoover Dam wird nach oben von der einzigen Straße begrenzt, die auf der Westseite des Stausees und Grand Canyon direkt von der einen Seite derselben auf die andere führt, von Westen nach Osten wechselt man über diese Straße von Nevada nach Arizona und damit auch die Zeitzone von Pacific Time zu der des mittleren Westens (1 Stunde Differenz, letztere weist somit 8 Stunden Unterschied zur MEZ auf). Die Straße windet sich - für die USA i.a. untypisch - auf beiden Seiten über die Felsmassive in engen Serpentinen zum Staudamm hin und ist recht eng. Dementsprechend ist die Aussicht von der Staumauer auf der Seite, auf der der Rest des Colorade weiterfließt, sehr ungewöhnlich: es ist eine tiefe Schlucht und nicht nur ein Abgrund, in dem das restliche Wasser kaum auffällt und auch nicht von allen Punkten der Mauer aus zu sehen ist. Natürlich wird der ganze Unrat des Stausees auf der Seeseite an der Staumauer angeschwemmt, was sich aber für meine Begriffe quantitativ in Grenzen hielt. Der Grand Canyon selbst bot auf seinen Rändern, die mehrere km über der Sohle liegen, im März noch ein ziemlich frostiges Klima, die steilen Hänge und Wege waren im oberen Abschnitt noch teilweise schneebedeckt. Entsprechend haben wir gefroren, da wir alle für das i.a. warme und fast immer sonnige Klima der Ebenen Arizonas und New Mexicos (sowie von Texas und Las Vegas) ausgestattet waren. Immerhin bot die Sonne tagsüber durch ihre hohe Stellung genug Einstrahlung, um die relativ kalte Luft vergessen zu lassen; aber natürlich ist es ratsam, Augen und Haut mit Sonnenbrille bzw. Sonnencreme zu schützen. Einmal bekam ich prompt einen Sonnenbrand, als wir ca. 20 Minuten auf einer Bank in der Sonne saßen und ein Stück Haut am Hals weder durch meine in Vegas erworbene Schirmmütze noch wie andere Stellen durch Sonnencreme geschützt war, obwohl die Sonne diese Hautpartie nur streifend traf. Ein paar unentwegte waren auf den steilen, schneeverschneiten Hängen mit dem Abstieg beschäftigt; da man nicht auf der Sohle des Canyon übernachten darf (bis auf ein paar Zeltlager, für die man sich eine Erlaubnis schon Monate vorher holen muß), muß man am selben am Tag wieder den langen, beschwerlichen Weg zurück antreten. Diese Anstrengung haben wir nicht auf uns genommen. Der Ausblick ist vom oberen Rand ohnehin am besten. Die unterschiedlich gefärbten horizontalen Schichten des Canyon und die in den Schluchten wandernden Schatten der Sonne erzeugen zu unterschiedlichen Tageszeiten immer wieder neue, wechselnde Eindrücke der imposanten Landschaft, die man nur durch Drehen des Kopfes vollständig überschauen kann. Es ist schwierig, diesen Eindruck in Worte zu kleiden; der frühere Präsident Theodore Roosevelt hat einmal gemeint, daß jeder US-Amerikaner diese Landschaft einmal gesehen haben sollte. Den Colorado kann man von oben nur an wenigen Stellen und deutlich praktisch nur mit dem Fernglas sehen. Wir sind dann immer wieder ein Stück weitergefahren und dann dort etwas am Rand entlanggelaufen, denn von den verschiedenen Stellen bieten sich immer wieder neue Eindrücke. Einmal konnte ich ein kleines Säugetier (Präriehund oder etwas ähnliches) sehen und einen Weißkopfseeadler, das amerikanische Wappentier konnte ich ebenfalls entdecken. Wirklich überrascht war ich aber über die erstaunlich große Anzahl der bei uns in Europa fast ausgestorbenen Kolkraben, die überdies auch im Gegensatz zu europäischen Verhältnissen kein bischen ängstlich sind. Diese intelligentesten aller Vögel haben zwar keine sehr schöne Stimme - es sind Singvögel! -, aber entschädigen dafür durch ihre Verspieltheit, Neugier und Aufmerksamkeit. Weil sie recht nahekommen, können einige Touristen verbotenerweise nicht widerstehen, ihnen etwas zum Fressen zu geben, als Allesfresser sind Kolkraben dabei auch nicht sehr wählerisch. Es war für mich überhaupt das erste Mal, daß ich Kolkraben in der Natur sehen konnte. 
 

(Barringer) Meteor Crater

Dieser berühmteste und besterhaltene große Einschlagkrater auf der Erde liegt nur wenige km neben der Interstate 40 zwischen Flagstaff und Holbrook. Auf dem Weg vom Grand Canyon zum Petrified Forest kamen wir daher zwangsläufig an ihm vorbei und beschlossen kurzfristig, ihm einen Besuch abzustatten. Natürlich gibt es auch dort, direkt vor dem Kraterwall, ein Visitor Center. Diese Banditen von allzu geschäftstüchtigen Amerikanern haben den ganzen Umkreis umzäunt und kassieren von jedem, der den Krater sehen will, 8 Dollar (!), in denen allerdings immerhin auch der Eintritt zu dem angegliederten "Museum" enthalten ist. Der Krater hat etwas mehr als 1 km Durchmesser und ist ca. 170 m tief. In der wüsten- bis halbwüstenartigen Landschaft Arizonas ähnelt er auf dem ersten Blick in seiner typischen Kugelkalottenform stark vielen ähnlich großen Mondkratern; trotzdem hat der durch den Kometen Shoemaker-Levy-9 auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gewordene Eugene S. Shoemaker erst in den 50er-Jahren die Fachwelt allgemein von der Einschlagsnatur des Kraters überzeugen könnnen. Daher haben die Apollo-Astronauten auch einige Übungen in dem Krater durchgeführt, bevor sie zum Mond flogen. Der Krater ist ca. 50000 Jahre alt und in der trockenen Gegend, in der er liegt, nur sehr wenig erodiert. So wurde der Kraterwall kaum abgetragen und die oben erwähnte Kugelausschnittform blieb erhalten. Nur in der Mitte auf der Sohle sieht man ein wenig pflanzliches Grün, ansonsten dominieren die verschiedenen Farben der Sedimente, die hier teilweise durch den Materialauswurf verworfen und "gebogen" wurden; die Farben bilden auch hier deutliche Kontraste, so daß die Anordnung der Schichten deutlich zu erkennen ist. Man kann den Krater auf einem Rundweg am Wall entlang ablaufen, was wir aus Zeitgründen aber nicht taten. Der einschlagende Körper, kaum 100 m im Durchmesser groß, hat den Aufprall nicht überstanden.
 

Petrified Forest

Dort liegen Baumstämme bzw. Bruchstücke davon (i.a. höchstens 1 bis 2 Meter lang) in großer Zahl auf einem weiten, als Nationalpark eingestuftem Gelände herum. Durch schnellen Luftabschluß blieb in dieser Gegend das Holz trotz seiner Eigenart, relativ schnell zu verrotten, voll erhalten und eine beträchtliche Menge damaliger Bäume bzw. Teilen davon wurden hier einwandfrei versteinert, so daß auch feine Strukturen noch gut zu sehen sind. Auch hier kann man im Visitor Center die Entstehung der Versteinerungen gut nachvollziehen, und ebenfalls kaum möglich ist die Beschreibung dieses eindrucksvollen Gebiets voller kleiner und großer Versteinerungen mit Worten. 
 

Jemez Mountains (New Mexico) und Guadalupe Mountains (Texas)

Klimatisch ist der Unterschied zwischen den beiden Gebirgsregionen sehr auffällig: während in ersteren im März noch teilweise fast kniehoch Schnee lag, waren zweitere schon sehr frühlingshaft (diese liegen allerdings auch noch deutlich weiter südlich). Während die Guadalupe Mountains uns allerdings nicht besonders außergewöhnlich erschienen - wir waren wohl einfach schon zu sehr durch andere, ungewöhnliche Eindrücke "gesättigt" - und ein Trupp Rehwild, der durch eine Talsohle lief und das nicht weit von uns entfernt, wirkten die Jemez Mountains auf uns doch interessanter. Dort gibt es auch heiße Quellen und mein Freund und seine Frau nahmen einen Marsch zum Gipfel eines der Berge auf sich, um eine der Quellen zu erreichen, umgeben (s.o.) von knöchel- und noch tieferem Schnee. Dort haben sie dann anscheinend tatsächlich fünf Minuten gebadet, um dann wieder zurück nach unten zu eilen; anscheinend waren noch zwei weitere Leute oben an der Quelle. Auch das Motel, in dem wir übernachteten, lag inmitten des Schnees und war dementsprechend kühl. 


 

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