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Gegendarstellung bezüglich Laborarzt Dr.Ralf-Dietrich Rurainski

Herr Laborarzt Dr. Ralf-Dietrich Rurainski aus Ettlingen wurde nicht wegen Schlamperei in einem besonders schweren Fall oder als Verbrecher rechtskräftig verurteilt. Er saß insbesondere nicht in Haft.

Gegendarstellung bezüglich Laborarzt Dr.Bernd Schottdorf

Man hat mich juristisch gezwungen (mit Kosten verbunden), folgende Gegendarstellung bezüglich des Laborarztes Dr.Schottdorf zu veröffentlichen:

Am 23.10.2000 wurde Labormediziner Dr. Schottdorf vom Vorwurf des Abrechnungsbetrugs von der großen Strafkammer Augsburg aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen freigesprochen. Sie sah es als nicht erwiesen an, dass unzulässige Abrechnungsverfahren von Dr. Bernd Schottdorf angewendet worden waren und ebenfalls nicht, dass Strohleute für ihn gearbeitet hatten.

An dieser Stelle war mir ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Näheres hierzu kann auf dieser URL nachgelesen werden, u.a. dass der Oberstaatsanwalt zwei Jahre auf Bewährung gefordert hatte, damit aber (s.o.) nicht durchkam, sowie das Hauptverschulden für die Geldverschwendung vom Gericht der bayrischen Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) zugewiesen wurde. Eine zunächst angestrebte Revision der Staatsanwaltschaft wurde etwa ein Jahr später auf Anraten des Bundesgerichtshofs zurück gezogen. Dazu noch ein Nachtrag: in dieser Meldung kann man nachlesen, dass der damalige Vorstandsvorsitzende der KVB Dr. Wittek als Schatzmeister eines Ärzteverbandes eine Laborverbandsspende über 90.000 DM angenommen hatte und sein Versuch, diesen Bericht des SWR verbieten zu lassen, gescheitert ist, da er vom Gericht für wahr erachtet wurde (Landgericht Wiesbaden 6.12.2002, Aktenzeichen: 10 O 230/00).

Nutznießer und Leidtragende im Gesundheitswesen...

Seit Jahren wird nun schon über Reformen im Gesundheitswesen debattiert. Aber solange die grundsätzlichen Fehler aus verschiedenen Gründen nicht behoben werden, wird sich nichts zum Besseren wenden!

Achtung: ich bin in gewisser Weise ein Insider, da ich fast vier Jahre Software für diesen Bereich entwickelt habe. Deswegen sollten jene, die hier auf die Anklagebank kommen, gewarnt sein; denn ich weiß genau, worum es hier geht, und ich hoffe, ich kann etwas dazu beitragen, einige Leute auf zu rütteln.

Die Absahner und ihre Helfershelfer...

Dabei handelt es sich i.W. um drei Gruppen bzw. zusätzliche Kreise, die ihnen zu arbeiten bzw. weitere "Schwarze Löcher" für Geld dar stellen:
  • Niedergelassene Laborärzte: in einem interessanten ARD-Fernsehbericht kamen verschiedene Betroffene/Beteiligte zu Wort, in dem es um Labors für medizinische Untersuchungen ging. Aussage eines früheren Laborarztes, der sich 1995 aus diesem Bereich zurück gezogen hatte: "Heute kann man nur noch mittels Betrug mit einer solchen Laborgemeinschaft Geld verdienen. Aber wenn es gemacht wird, dann ist es eine Lizenz zum Geld drucken." Ein Staatsanwalt, der die Vorgänge in solchen Gemeinschaften untersucht: "Die Schäden (für Kassen und Patienten) liegen sicher im Bereich von 10 Milliarden DM. Man kann durchaus von Mafia-ähnlichen Strukturen sprechen." (Aussage vor Abschluss der Untersuchungen!) Eine frühere Mitarbeiterin eines solchen Laborarztes: "Wir schwärmten aus, um alle Ärzte in einer Stadt bzw. einem bestimmten Gebiet zu 'bearbeiten'." (damit diese ihnen ihre Laboruntersuchungsproben zuschickten; das ist laut Gesetz streng verboten)

    Aus eigener Erfahrung von der Teilnahme an einer Veranstaltung der Bundesärztekammer weiß ich, dass eine bestimmte obere Grenze für die Anzahl der Proben, die ein Labor ohne Abstriche abrechnen darf, nur zum Anlass genommen wurde, zu fordern, dass die Software des Labors erlauben muss, diese obere Grenze möglichst genau an zu nähern und keinesfalls zu überschreiten --- da geht es ausschließlich um Profit, der mit allen Mitteln maximiert werden soll. Andere verbrecherische Machenschaften sind z.B. die Durchführung medizinisch nicht erforderlicher, teurer Zusatzuntersuchungen (Die Firma, bei der ich gearbeitet habe, hat NIEMALS die automatische Nachforderung von Untersuchungen über die direkt vom Arzt beantragten hinaus unterstützt, und --- oh Wunder --- zuletzt keine Laborgemeinschaften als Kunden mehr gehabt. Wie sich andere Softwareanbieter, die dort immer noch vertreten sind, in dieser Hinsicht verhalten, liegt auf der Hand.), Scheinvorträge, über die Untersuchungen einschickende Ärzte am Gewinn beteiligt werden, schlampig und ungesetzlich (Scheinpersonen, nur auf dem Papier vorhandene angestellte Laborärzte!) durch geführte Untersuchungen usw..

    Die Konsequenzen sind trotz zum Betrug einladender Gesetze (s.o., z.B. Anzahl voll abrechenbarer Untersuchungen) inzwischen einschneidend gewesen: mindestens zwei Laborärzte wurden als Verbrecher rechtskräftig verurteilt, einer (Betrug und Schlamperei in besonders schwerem Fall, Anlass war eine fehlerhafte Fruchtwasseruntersuchung) saß ein Jahr in Haft. Und dies ist nicht der einzige Fall von Abrechnungsbetrug allergrößten Stils (z.B. Scheinlaborärzte und dementsprechende Schlamperei). Ein Schlusswort: "Wenn das so geschieht (ein Laborarzt im Interview), dann sind wir alle Verbrecher." In der Tat, das seid ihr ganz offensichtlich (bezieht sich auf niedergelassene Laborürzte, Klinik-interne Labors sind i.a. in Ordnung)...

  • Pharmaindustrie: es hat sich leider schon öfter gezeigt, dass die Kartellbehörden nicht effektiv gegen Preiskartelle vorgehen (können) --- von Ausnahmen, die die Regel bestätigen, einmal abgesehen. Die Pharmaindustrie in Deutschland verkauft sowohl Medikamente als auch medizinisches Gerät zu maßlos überteuerten Preisen, ohne daran bislang effektiv gehindert zu werden. Offensichtlich ist dies z.B. anhand von Re-Importen von Medikamenten, die trotz aufwendiger zusätzlicher Transportwege immer noch viel billiger sind, als dieselben Medikamente, die hier direkt verkauft werden. Wohl gemerkt: es handelt sich um dieselben, hier in der BRD her gestellten Medikamente, die im Ausland viel billiger verkauft werden als hier... Aus eigener Anschauung weiß ich, dass typische in Labors ein gesetzte Geräte Preise haben, die auf Gewinnspannen von einem mehrfachen des tatsächlicheen, kostenbedingten Herstellungspreises schließen lassen (z.B. Belegleser). Auch in diesem Bereich funktioniert das Pharma-Kartell der ohnehin Fusions bedingt nur noch wenigen Anbieter von Medizingeräten (speziell im Labor) prächtig. Und die für Laboruntersuchungen nötigen Chemikalien werden für total überzogene Preise von den Herstellern geliefert, die sich auf diese Weise dauerhaft sprudelnde Einnahmequellen sichern.

  • Andere Ärzte: was diese zu 90% in erster Linie profitgierigen, im internationalen Vergleich schlecht ausgebildeten Akademiker (ein Dr.med. nach deutschen System ist kein bisschen mehr Wert, als ein Diplom eines Naturwissenschaftlers aus Biologie, Physik, Chemie o.ä.) sich leisten, um möglichst viel Kasse zu machen, spottet jeder Beschreibung --- ich werde nur einige wenige Beispiele nennen (eines von oben zur Erinnerung: solche, die "Vorträge" für Laborgemeinschaften halten, die für sie überflüssige, teure Sonderuntersuchungen durchführen und bei den Kassen abrechnen). Besonders beliebt sind direkte Rechnungen an Patienten, die teils illegal, teils einfach nur unverfroren sind (unnötige Untersuchungen u.ä.), Optimierung des Verhaltens bezüglich der aktuellen Abrechnungslage ohne jede Rücksicht auf die Patienten, Arbeitsverweigerung aus Unzufriedenheit mit Regelungen wie der Budgetierung, die lediglich die Verschreibungswut eindämmen soll und was der Dinge mehr sind. Hier hat sicher schon jeder eigene Erfahrungen gemacht... Eine besonders nette Methode ist auch, wie mit Privatpatienten verfahren wird: häufig für vielleicht 10% mehr Aufwand und/oder Kosten rechnet da ein Chefarzt üblicherweise ein mehrfaches, in der Regel an der oberen (hohen!) Grenze liegendes Salär ab, als das, was er bei einem Kassenpatienten geltend machen kann. Wenn auch die Privatpatienten genug haben, um dafür zu zahlen; so stellt dies doch nichts weiter als eine unverhältnismäßige Bereicherung der durchführenden Ärzte dar.

  • Geld verschwendende Krankenkassen: dort tun sich die AOKs am meisten hervor, indem sie kostspielige Werbekampagnen betreiben und teure (überteuerte!) Prestigebauten durchführen, und das mit Mitteln aus dem sogenannten Risikostrukturausgleich, einer fast kommunistisch zu nennenden Gleichmacherei sehr unterschiedlich effektiver Krankenkassen. Auch genehmigen diese Kassen von dem kleinen Teil medizinischer Maßnahmen, über den sie selbst entscheiden können, meist auch noch besonders viel. Das alles geschieht auf Kosten wirtschaftlicher arbeitender Kassen und deren Beitragszahlern, die dadurch überhöhte Beitragssätze bekommen.

Weitere Missstände

Nachdem ich nun die systematische Geldverschwendung bzw. Bereicherung einiger Weniger auf Kosten der Allgemeinheit angeprangert habe, möchte ich noch auf einige weitere grobe Fehler im System v.a. von Krankenhäusern und deren eigenen Labors (keine Mafia wie die niedergelassenen Laborgemeinschaften! die Unterschiede zwischen diesen beiden Labortypen könnten kaum größer sein...) eingehen.
  • Kostenrechnung im Krankenhaus: was ist denn Das? Wer glaubt, die Krankenhäser könnten wie ein Wirtschaftsunternehmen genau beziffern, wo sie welche Kosten habe, dem kann ich nur sagen: träum weiter! Dem ist definitiv in 90% der Fälle nicht so. Das fängt schon mit der Abrechnung der Laboruntersuchungen an: theoretisch müßte eigentlich für jeden einzelnen Fall (eine Aufnahme eines Patienten) eine genaue Aufstellung der einzelnen Kostenpunkte in der EDV abgerechnet werden und umgekehrt genauso eine Aufschlüsselung der einzelnen Kostenarten (einzelne Untersuchungen!) nach Patienten möglich sein. Die Realität sieht so aus: von ca. 40 Häusern, über die ich eine unmittelbare Aussage treffen kann, haben nicht einmal 10, d.h. weniger als 25% eine solche Abrechnungsschnittstelle, die das erst ermöglicht. Von diesen wiederum verarbeiten nur wenige überhaupt diese Daten weiter (die viel gelobte Angeberclique namens SAP zeichnet sich im Labor durch totale Unfähigkeit und Untätigkeit aus, so sind sie nicht in der Lage oder Willens, solche Daten zu verarbeiten, noch sich an internationale Kommunikationsstandards (HL7) zu halten) und von diesen ist kaum einer (höchstens 2 von den genannten 40) in der Lage, diese Daten in der oben genannten Weise auf zu bereiten. Eigentlich überflüssig zu erwähnen (zumindest in der Wirtschaft, die Mehrheit der Krankenhäser wird eben von der öffentlichen Hand getragen), dass diejenigen, die ihre Kosten noch nicht einmal richtig beziffern können, natürlich außerstande sind, kostengünstig zu arbeiten.

  • Personelle Ausstattung: während sich die (kriminellen, s.o.) Laborgemeinschaften niedergelassener Art aus Profitgier nahezu keine Mitarbeiter leisten wollen (MTAs), um den Gewinn zu maximieren und dadurch der Schlamperei mit fatalen Folgen den Weg bereiten (die wenigen MTAs sind dort total überlastet), herrscht an den meisten Krankenhäusern noch immer (auch wenn es schon besser wurde) ein klarer Überschuss an Laborpersonal --- typisch öffentlicher Dienst eben. Letzteres steht allerdings in seltsamem Kontrast zum Mangel an Pflegepersonal; letzterer ist auch durch die psychisch und oft auch physisch sehr harte Arbeit in Verbindung mit klarer Unterbezahlung bedingt. *)

  • Unter deutschen Ärzten in Krankenhäusern ist es schon lange schick, endlose Schichtdienste mit zahllosen Überstunden zu schieben. Wenn es auch im Einzelfall nicht leicht nach zu weisen ist, so ist doch klar, dass dadurch die Konzentrationsfähigkeit (und durch Schlafmangel sogar die tatsächlich vorhandene Intelligenz!) beeinträchtigt wird, was fatale Fehler und zu späte Reaktionen bedingen kann. Auch wenn es despektierlich klingen mag: hier wären fraglos ähnlich wie bei Berufskraftfahrern Obergrenzen angebracht.

  • Ein weiteres Ergebnis von Unterbezahlung, möglicherweise auch anderer, negativer Faktoren (s. die obigen Punkte!), ist der Mangel an qualifiziertem Personal (und auch von Stellen dafür!) speziell in der EDV. Gerade jetzt (1999/2000, wird sicher noch eine Weile so bleiben) ist es nur eine seltene Ausnahme, dass ein wirklich kompetenter und engagierter EDV-Fachmann die wichtigen Systeme der Krankenhäuser betreut. Die Folgen sind vermeidbare Probleme (ein Fehler in der Anschaffung ist auch weit verbreitet: MS Windows Systems sind nicht nur instabil (auch NT) und unzuverlässig, sondern verursachen auch besonders hohen Pflege- und damit Kostenaufwand). Teils leistet man sich nicht einmal Fachkräfte, sondern lässt deren Arbeit von dafür weder eingestellten noch ausgebildeten Leuten "mit" erledigen!

  • Logisches Denken ist eine Fähigkeit, die offenbar den meisten Politikern völlig abgeht: einerseits werden (medizinisch teils durchaus sinnvolle!) zusätzliche Maßnahmen vor geschrieben, andererseits dann aber die Kosten ohne Rücksicht darauf begrenzt, so als wäre nichts geschehen. Das ist ein Fall, in dem einmal zu Recht Unmut aufkommt. Hier beziehe ich micht auf einen sogenannten PCR-Test, der seit 1999 für alle Blutkonserven vor geschrieben ist. Das ist deswegen sinnvoll, weil nur so die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe für den gefährlichsten Erreger, der bei Bluttransfusionen übertragen werden kann (HCV, Hepatitis-Erreger; entgegen landläfiger Meinung ist inzwischen nicht mehr HIV das Hauptproblem dabei), wesentlich gesenkt werden konnte. Die Kehrseite ist bei Erythrozyten-Konserven (rote Blutkörperchen als Hauptteil enthaltend), dass dort jede einzelne Konserve (im Gegensatz zu den dadurch pro Stück billigeren Pool-Plasma-Präparaten) mit dem teuren PCR-Verfahren getestet werden muss. Das treibt die Konservenkosten stark in die Höhe. Meines Wissens ist dies im Globalbudget nicht berücksichtigt.

    Aber nicht nur die Politik treibt die Preise hoch: ein bestimmtes Krankenhaus (Blutspendedienst) liefert z.B. oft unaufgefordert CMV-frei-getestete Konserven, obwohl der zusätzliche Test diese ebenfalls verteuert, an eine mir bekannte Klinik. Das kann weder mit dem oft generellen Mangel an Konserven noch mit medizinischer Notwendigkeit begründet werden (CMV, d.h. Cyto-Megalie-Virus ist ein im Blut relativ vieler Menschen enthaltenes Virus, das i.a. aber keinerlei feststellbaren Probleme verursacht, ähnlich dem bekannteren Herpes-Virus).

    Noch eine Anmerkung: bei der Konservenauswahl wurde und wird teils noch immer kaum auf die weniger wichtigen Blutgruppenmerkmale (wie C-Lokus oder E-Lokus oder Kell, Anmerkung für diejenigen, denen das etwas sagt) geachtet. Zwar kann man oft keine optimale Konserve finden; aber je besser sie zum Blut des Patienten passt, desto weniger gibt es zusätzliche Probleme und Kosten bei einer späteren Bluttransfusion. Mir sind Fälle wie dieser bekannt: durch massive Antikörperbildung im Blut eines Patienten durch eine frühere Bluttransfusion konnte in Fürth keine Konserve in (Süd-)Deutschland gefunden werden, die den sehr speziellen Anforderungen genügte. So wurde eine aus Strassbourg (!) bezogen, was zusätzlich Zeit (hat der Patient nicht immer!) und Geld kostete (aus Nürnberg z.B. sind die Transportkosten selbst bei Sonderfahrt natürlich niedriger!).

  • Die Methoden, mit denen manche Labor-Software-Anbieter wie Laufenberg arbeiten, zeichnen sich durch totale Skrupellosigkeit aus: da es vielen davon --- wie auch dem genannten --- wirtschaftlich wegen einer Art Beschaffungssperre der Krankenhäuser (das ist gegenüber ihrer Unfähigkeit zum wirtschaftlichen Arbeiten der Krankenhäuser eine geradezu absurd anmutende fehlende Bereitschaft, mittels EDV-Beschaffung wirtschaftlicher arbeiten zu können) schlecht geht, ist die Versuchung zu solchen Mitteln zu greifen, wie überall in der Wirtschaft, wo es Branchenprobleme gibt, groß. Und immer finden solche willige Helfer, so z.B. eine Laborleiterin in Aalen, die aus purem persönlichen Ressentiment gegen eine Mitarbeiterin einer anderen Firma diese Firma gegenüber Dritten schlecht gemacht hat --- zum Vorteil des konkurrierenden Unternehmens. Es geht dabei hauptsächlich darum, mit allen Mitteln Kunden von Konkurrenten ab zu werben, z.B. auch Diesen auf zu kaufen (und damit primär die Kunden ein zu kaufen).

Echte Reformen: Was tun?

Bisher hat noch niemand in den letzten Jahren etwas zu Stande gebracht, was man eine echte Reform nennen könnte. Um es klar zu machen: ich bin in dieser Hinsicht sehr pessimistisch, da die Lobbys von Pharmaindustrie und Ärzteschaft äußerst mächtig sind und Himmel und Hölle in Bewegung setzen werden, um eine Beendigung der für sie im Großen und Ganzen unverändert paradiesischen Zustände unverhältnismäßer Verdienstmöglichkeiten auf Kosten der Allgmeinheit (Patienten und Kassenbeitragszahler) zu verhindern. Von Denen jammern --- wie alle Menschen --- immer viele, ganz gleich, ob sie Grund dazu haben oder nicht (die genannten Gruppen haben definitiv Keinen!). Nebenbei bemerkt: Im Englischen nennt man Verbände und ähnliche Konstruktionen ebenso treffend wie entlarvend "power groups": in der Tat tun sie sich hauptsächlich durch hemmungslos eigensüchtige Macht-Politik hervor, die rücksichtslos die Interessen der nicht von ihnen vertretenen Allgemeinheit missachtet (das gilt für die große Mehrheit davon, insbesondere die Bundesärztekammer in diesem Zusammenhang). Dagegen ist das sogenannte Besitzstandsdenken Einzelner geradezu harmlos. Aber man sollte die Hoffnung auf Besserung nie aufgeben; im Folgenden präsentiere ich eine zwangsläufig unvollständige Liste von vorgeschlagenen Maßnahmen.
  • Niedergelassene Laborgemeinschaften werden in der heutigen Form als kriminelle Vereinigungen eingestuft und daher verboten. Die gesamte Leistungserbringung und -abrechnung muss völlig neu gestaltet werden im Zusammenhang damit, was ein Labor sein darf und wie es zu arbeiten hat. Strikte staatliche Kontrolle ist erforderlich. (z.B.: keine Erlaubnis für seltene Spezialuntersuchungen ohne ausdrückliche Genehmigung, keine eigenmächtigen Zusatzuntersuchungen, Mindeststandards an Personal- Ausstattung und -Ausbildung --- streng kontrolliert)

  • Die Pharmaindustrie muss strengstens kontrolliert und die permanenten Verstöße gegen das Kartellrecht müssen endlich mit Strafen, wie sie z.B. in der Automobilindustrie bereits verhängt wurden (allerdings von der EU), hart geahndet werden.

  • Die sogenannte Positiv-Liste von Medikamenten muss absolut strikt werden: nur Medikamente, die dort aufgeführt sind, dürfen überhaupt verschrieben werden, d.h. es darf nur ein, allerhöchstens zwei Medikamente für eine Behandlung geben (soweit medizinisch möglich natürlich, ich bin mir der Schwierigkeit der Konkretisierung bewusst).

  • Die unsinnige Zuzahlerei muss aufhören. Wenn nur Angezeigtes verschrieben wird, gibt es keinen Grund, Kranke so zu bestrafen. Anders ist die Lage, wenn Kranke ihre Krankheit mutwillig herbei geführt haben: Raucher müssten anders als Nichtraucher z.B. einen großen Teil der Kosten für eine Lungenkrebsbehandlung selbst tragen; Beinbrüche bei Skiunfällen wären ebenso Zuzahlungs pflichtig, oder eine kranke Leber bei einem Alkoholiker etc. Das Problem ist natürlich der genaue Katalog, aber die Statistiken der Versicherungsbranche können da weiter helfen...

  • Die Bundesärztekammer ist als skrupellose Interessenvereinigung ebenso wie alle andere "Standes-"Vertretungen der Ärzte restlos zu entmachten und die Ärzte müssen an die "kurze Leine" genommen werden: bei Verstößen gegen den medizinischen Kodex, die aus politischen Gründen vorkamen und -kommen, müssen angemessene Sanktionen wie Beugehaft und Entzug der Kassenarztlizenz auf Zeit oder für immer ergriffen werden. Denn das zeigt nichts anderes, als dass diese Leute für so einen Beruf untauglich bzw. untragbar sind.

  • Der sogenannte Risikostrukturausgleich ist mittelfristig ganz ab zu schaffen (zeitlich gestaffelt auf Null reduzieren) und der Krankenkassenwechsel völlig frei zu geben. Kassen wie die AOK werden nur bei Bedrohung durch Konkurs veranlasst, endlich besser zu arbeiten (und wenn sie es nicht schaffen, dann sollen sie eben kaputt gehen! Die Patienten können auch in eine andere Kasse gehen). Der Risikostrukturausgleich heutigen Zuschnitts belohnt nur die Unfähigkeit wirtschaftlichen Arbeitens.

  • Krankenhäuser sind vor die Wahl zu stellen: entweder gelingt innerhalb einer bestimmten Frist eine korrekte, genaue Kostenaufschlüsselung, oder sie werden nach Ablauf der Frist einfach geschlossen. In der nächsten Phase sind dann jene zu schließen, die deutlich über dem Schnitt liegen (die Grenze ist vorher prozentual gegenüber dem Schnitt und nicht gegenüber der Zahl der Einrichtungen fest zu legen!), was Kosten angeht und dann sollten von selbst Kostensenkungen entstehen --- die Häuser werden sich dazu gezwungen sehen. Natürlich müssen Spezialkliniken als eigene Gruppe behandelt werden. Der Einsatz von Software ist zwangsläfig erforderlich, sollte aber konkret mit Mindeststandards vor geschrieben werden (z.B. kein MS Windows, da für solch heikle Anwendungen völlig unbrauchbar).

  • Die Bezahlung in Krankenhäusern ist an zu passen: die Pflegekräfte sowie bestimmte andere Berufsgruppen (z.B. EDV) müssen mehr Stellen und mehr Gehalt erhalten, da sonst ein ordnungsgemäßer Betrieb auf Dauer nicht möglich ist.

Ein Schlusswort:

Wie gewohnt, bin ich mit den Missständen und v.a. den dafür Verantwortlichen hart ins Gericht gegangen. Ein paar Personen möchte ich daher ganz ausdrücklich von meiner Kritik ausnehmen: den EDV-Leiter des Klinikums Bautzen-Bischofswerda, der ganz eindeutig überqualifiziert, überlastet und unterbezahlt ist, den sich trotz Frustration voll einsetzenden Laborleiter des Kreiskrankenhauses Bruchsal, dem die geschilderten Zustände schon längst zum Hals heraus hängen, und die leitende MTA der SKA Esslingen, die über ihre Arbeit hinaus auch noch andere erledigt (mit viel persönlichem Einsatz) und nur ein Spielball kurzsichtiger und unsachlicher Krankenhauspolitik geworden ist (ohne damit direkt irgend etwas zu tun zu haben).
 

*Anmerkung: hier kann ich mir eine Abschweifung nicht ganz verkneifen. Statt der unsinnigen Lippenbekenntnisse von Politikern, die offenbar die Bevölkerung noch immer für mehr oder weniger unmündig und einen Teil davon für bereit zum Militärputsch halten, und nur deswegen und/oder aus falsch verstandenen "Lehren der Historie" an der Wehrpflicht fest halten, sollte endlich eine an der Realität orientierte Politik in diesem Bereich Einzug halten: die allgmeine Wehrpflicht gibt es ohnehin schon nicht mehr und wird es künftig noch weniger geben, da die vielen Wehrpflichtigen zu einem immer kleineren Teil ein gezogen werden, die (Wehr-)Gerechtigkeit ist schon längst auf der Strecke geblieben - wer nicht gewollt ist, braucht auch keinen "Ersatzdienst" zu leisten und die Zivildienstleistenden, für einfache Tätigkeiten oft Gold wert, werden so auch immer weniger. Viel besser wäre gemäß einem Vorschlag des großen Staatsmanns Helmut Schmidt eine allgmeine, vielleicht einjährige Dienstpflicht für alle jungen Männer und Frauen, bei der die Bundeswehr dann nur eine Option unter einigen Möglichkeiten bliebe. Damit ließen sich auch die Zahlen der eingesetzten Leute in den verschiedenen Sparten einigermaßen vernünftig steuern.
 

Wer sich an meinen Ausführungen ernsthaft stört (wer mag das wohl sein?), dem lasse zweierlei "gesagt" sein:

  • Auch in Deutschland ist es m.W. noch keiner Lobby gelungen, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken.
  • Ich schreibe die Wahrheit, und die hören nun einmal viele Leute gar nicht gerne.

Zum Schluss noch ein interessantes PDF-Dokument der Süddeutschen Zeitung zum Thema Korruption im Gesundheitswesen zum Download von dort.

 

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Anmerkungen, Ergänzungen, Fragen etc. an: stefan.urbat@apastron.lb.shuttle.de

(URL:  http://www.lb.shuttle.de/apastron/gesundh.htm)