Albuquerque und Santa Fe (New Mexico)

V.a. in Santa Fe, aber auch in Albuquerque gibt es einige alte Bauten aus gebranntem Lehm, die in Größe und Beschaffenheit ein wenig an Termitenhügel erinnern und völlig untypisch für die USA sind. Sie haben kleine, ovale und dabei leicht unregelmäßig geformte Fenster und sind immer nur einstöckig. Auch die älteste Kirche Nordamerikas kann man hier finden (ca. 1600 erbaut); diese ähnelt im Stil den genannten Gebäuden und ist ebenfalls nicht sehr groß. In Albuquerque gibt es auch ein Klapperschlangenmuseum, in dem dutzende von Klapperschlangen meist träge herumliegen und allenfalls die Zungen verraten, daß sie leben. Hinter den Glasvitrinen erscheinen einem die Tiere harmlos, aber sie gehören zum gefährlichsten, was es in den USA gibt. Immerhin warnen sie einen i.a. rechtzeitig bei Annäherung durch ihre rasselartige Art zu "klappern", das konnte ich eines morgens unangenehmerweise in Tucson (s.a.u.) selbst erleben und ging denselben Weg zurück, den ich gekommen war (ich hatte gerade nach Komet Hale-Bopp Ausschau gehalten). Diese Tiere sind nämlich im Südwesten der Staaten keineswegs selten und ich kann nur empfehlen, des nachts eine Taschenlampe dabei zu haben, um sie möglichst früh zu bemerken. Jedenfalls sehen die mehreren dutzend verschiedenen Arten und teilweise vorhandenen Farbvariationen derselben in den Terrarien sehr interessant aus. 
 

(Stone) Ghost Town 

In der Nähe des südlichen Teils von New Mexico nahe der Grenze zu Arizona gibt es verschiedene Geisterstädte, von denen wir eine namens Stone uns angesehen haben. Neben verfallenen Hütten, alle aus der Goldgräberzeit, hat man dort auch noch alte Kutschen und anderes zusammengetragen, um ein überzeugendes Bild der aufgelassenen Siedlung zu zeigen. Die ca. 4000 Einwohner haben nach dem Ende der Goldfunde in der Gegend wie an einigen anderen Stellen die Siedlung wieder verlassen, um ihr Glück woanders zu versuchen. Gegen eine geringe Gebühr (1,50 Dollar, soweit ich es richtig mitbekommen habe) kann man auch noch eine Führung durch einen abgesperrten Teil davon mitmachen. Wir hatten aber auch so genug gesehen.
 

Los Alamos: Bradbury Science Museum (New Mexico)

Dieses Museum hat natürlich als Hauptthema das Manhattan-Projekt, mit dem Oppenheimer und seine Kollegen die ersten Kernwaffen der Welt hervorbrachten. In einem Film und einer umfangreichen Ausstellung sowie einer Zitatwand kann man sich ausführlich über die damaligen Vorgänge informieren. Dabei wird u.a. einmal mehr der Schrecken verschiedener Projektwissenschaftler deutlich, als sie bei der ersten Versuchsexplosion den "Geist der nuklearen Zerstörung" erstmals frei ließen, obwohl sie die Folgen recht gut vorausberechnet hatten. Außer Nachbildungen der beiden berüchtigten Bomben, die zwei japanische Städte einäscherten, gibt es aber auch aktuellere Ausstellungsstücke moderner Wissenschaft und Technik, wie Beispiele für zeitgemäße Laseranwendungen in Technik, Medizin und Forschung. Wir hatten für diesen Programmpunkt leider nicht allzuviel Zeit und konnten nur etwa eine Stunde in dem Museum zubringen. 
 

Biosphere II 

Vor einigen Jahren hat in typisch amerikanischer Weise ein steinreicher Amerikaner eine enorme Summe zur Verfügung gestellt, um ein neuartiges Experiment durchzuführen: mehrere sogenannte "Bionauten" sollten in einer hermetisch abgeschlossenen Umgebung mit Pflanzen und Tieren auf sich allein gestellt überleben, indem sie dem künstlichen Biotop alles zum Leben nötige entnahmen. Der Versuch war zumindest ein Teilerfolg, denn bis auf einen Fall, als ein Mediziner für eine Notfallversorgung kurzfristig hineingebracht wurde, blieben die sechs Testpersonen tatsächlich in ihrer sonst hermetisch abgeriegelten Umwelt für 18 Monate am Leben, auch wenn sie leichte Mangelerscheinungen zeigten, da die Erträge der Anpflanzungen nicht so hoch wie geplant waren. Für weitere Versuche gab es dann kein Geld mehr, so daß später die New Yorker Columbia-Universität die Federführung auf der Anlage übernahm. Sie versucht im Gegensatz zu dem ursprünglichen Ansinnen, wissenschaftliche Fragen in einer solchen, in sich geschlossenen "Biosphäre" zu klären, wobei nicht mehr so strikt auf totale Abschottung zur umgebenden Biosphäre geachtet wird, um die Forschung nicht unnötig zu behindern. Kern der Anlage ist ein riesiges Treibhaus, in dem diverse einschlägige Klimazonen durch unterschiedliche Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen nachgeahmt werden. Das war allerdings im Fall des Wüstenabschnitts von Anfang an mißlungen, weil in den relativ kalten Nächten Arizonas Wasser an der Decke des Treibhauses kondensiert und dann heruntertropft, weshalb zuviel Feuchtigkeit für Wüstenverhältnisse IN der Anlage herrscht, während das Klima AUSSERHALB eher wüstenartig ist! Die Aufenthaltsbereiche der ehemaligen Bionauten konnten wir von innen sehen, die eigentliche Halle innen ist jedoch nicht betretbar (vgl.o.!), wohl aber einige kleinere Versuchshallen. Überall wird mit mehr oder weniger großem Aufwand versucht, eine natürliche Umgebung zu "simulieren". Interessant war der Besuch allemal. 


 

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