Manhattan at night
 
"National Park of Skyscrapers" - rechts das Chrysler-Building, im Hintergrund links davon das Empire State Building; letzteres ist das bei Nacht weltweit am weitesten zu sehende Gebäude!

(zuletzt aktualisiert: 8. Aug 1999, nur Bild hinzugefügt!)
 

Fortsetzung New York City

Der Madison Square Garden und Wayne Gretzky

Zu meiner Überraschung bekam ich noch zwei Tage vor einem Vorrundenspiel der New York Rangers, einer der großen NHL-Clubs (Eishockey, für die Sportlaien) Nordamerikas, gegen die Pittsburgh Penguins, ebenfalls ein bedeutender NHL-Verein, eine Eintrittskarte für den Madison Square Garden, sicher die berühmteste Sporthalle der Welt. Rechteckig ist der heutige Garden allerdings weder außen noch innen, möglicherweise war das bei seinem nicht mehr existierenden Vorläufer anders. Der heutige, eine sehr moderne Sportarena, ist innen (Zuschauerränge) wie außen oval. Sein Fassungsvermögen beträgt je nach gerade laufender Veranstaltung etwas unterschiedliche Werte, aber er bietet durchweg über 10000 Zuschauern Platz. Mir wurden für dieses Abendspiel zwei verschiedene Tickets angeboten: eines für 32 $, relativ weit von der Spielfläche entfernt, aber mit ausreichendem Blick auf die gesamte Eisfläche und einer besseren Möglichkeit, die Bewegungen des Pucks wahrzunehmen, als es von einem der - etwa zweitnächsten - Ränge für den stolzen, mir zu hohen Preis von 96 $ möglich gewesen wäre. Das Spiel, das die Rangers standesgemäß, aber nicht unbedingt erwartet deutlich 3:0 gewannen und in dem die Nummer 99 einen Assist (= Vorlage) und ein Tor erzielte, war jedenfalls überaus interessant; das bekannt hohe Tempo kam live auf der tatsächlich für europäische Verhältnisse relativ klein erscheinden Eisfläche voll zur Geltung. Die Nummer 99 trägt übrigens ein gewisser Wayne Gretzky, wer nicht einmal diesen Namen kennt, kann den Rest des Abschnitts getrost überspringen. Auch die Nummer 10 der New Yorker, Messier, ist ein hochdotierter NHL-Spieler, auch in Deutschland den Interessierten bekannt. Das reichlich teure Popcorn wollte ich dann ganz zünftig auch ausprobieren, und schließlich gelang es mir in der ersten Drittelpause auch, die Aufmerksamkeit eines der herumlaufenden Verkäufer davon zu erwecken. 3 $ kostete der Spaß, die Packung ist ziemlich leicht, da diese Dinger hauptsächlich aus Luft bestehen. Erwartungsgemäß hat es mir jedenfalls geschmeckt, wenn es auch nicht unbedingt sensationell war. Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß die Drittelpausen für mehr oder weniger originelle Gewinnspiele (z.B. in einer Art "Telefonzelle" Geldgutscheine aus der Luft angeln) zweckentfremdet werden und das die Begegnung mit einer NHL-typischen Szene endete, als die offensichtlich Powerplay-unfähigen Penguins unsinnigerweise bei einem 0:2-Rückstand den Keeper durch einen 6. Feldspieler ersetzten, wofür sich kurz vor der Sirene Gretzky mit einem Break und Schuß ins verweiste Tor bedankte. Übrigens liegt der Garden wie das Empire State Building an der 33. Straße und lediglich zwei bis drei Avenues weiter westlich. 

"Capital of the World"

Hauptstadt der Welt: das UNO-Headquarter ist der konkrete Grund für diesen Titel. Trotz ihrer relativen Machtlosigkeit beeindruckt ihr Gelände am East River (ca. 30. bis 35. Straße) den Besucher, es beinhaltet nach Central Park und neben dem Battery Park die größte Grünfläche im ansonsten einheitlich in Beton, Asphalt, Stahl und Glas gehaltenen Manhattan. Bei der etwas hektischen, aber für meine Begriffe dennoch interessanten Führung (ca. 1 Stunde) kann man, wenn nicht gerade eine Sitzung stattfindet, alle relevanten Säle sehen, teilweise sogar auf den hinteren Sitzen platznehmen (bei Betreten des einzig für Besucher zugänglichen Gebäudeeingangs wird man natürlich auch genau überprüft...). Darunter waren somit auch die beiden bekanntesten, der größte Saal für die UNO-Vollversammlung und der wichtigste, der für den Weltsicherheitsrat. Die Sitzordnungsrituale sind teilweise schon recht kompliziert, die befristeten Sitzordnungen und Sitzaufteilungen werden nach einem komplizierten, aber gerechten Verfahren bewerkstelligt. Unmöglich fand ich es, daß ein Geschenk aus China, geschnitzt aus Elfenbein, bei der Führung auch noch stolz präsentiert wurde; allerdings ging es schon weiter, bevor ich meiner Verstimmung Luft machen konnte. Entschieden unschöner waren mehrere Ausstellungsstücke aus Hiroshima, die deutliche Spuren mir gut bekannter physikalischer Effekte einer Erfindung des Zweiten Weltkriegs zeigten. Während meines Besuchs gab es gerade massiven Ärger zwischen der auf den Status New Yorks durchaus stolzen Stadtregierung und den UNO-Abgeordneten, da sich genug von den letzteren schamlos ihrer diplomatischen Immunität bedienen, um v.a. Falschparken und andere Verstöße ungestraft begehen zu können. Die Stadtverwaltung wollte angesichts der Platznot nun doch die Abgeordnetenautos abschleppen lassen, was aber von der Regierung in Washington schließlich verhindert wurde, bevor es zu einer offiziellen UNO-Sitzung deswegen kommen konnte, was wiederum zweifellos zu einem Eklat geführt hätte. 

Wolkenkratzer-Ästhetik

Das Chryler-Building (s.o.) ist nicht nur von außen schön, es ist auch innen in der Eingangshalle im "Erdgeschoß" (in US-Zählweise im ersten Stock) edel getäfelt und hinterläßt einen sehr ästhetischen Eindruck. Eine Tafel an einer der Außenwände weist es als einen der besonders gelungenen architektonischen Meilensteine New Yorks aus (auch am Empire State Building findet sich eine ähnliche Tafel). Eine Gesellschaft für das in den USA dringend nötige Energiesparen, die in dem Gebäude eine Ausstellung und Beratungsstelle hat, bot für mich zwar wenig neues, aber die Klimaanlagen, die in den USA allgemein üblich sind, werden dort systematisch bewertet und sinnvolle Empfehlungen für diese zum (Energie-)Sparen sind reichlich zu finden. Das u.a. mit golden glänzenden Tiergestalten in etwa halber Höhe verzierte Hochhaus liegt übrigens an der 42. Straße und der Lexington Avenue. 

New Yorks Superhotel und die Banken

Ganz nahe am Pickwick Arms(!) und schräg gegenüber der St. Patrick´s Cathedral liegt das berühmte Hotel Waldorf Astoria, in dem bei Besuchen der Stadt u.a. die US-Präsidenten absteigen (diese Suite ist für schlappe 3000 $ pro Nacht zu haben). Aber auch der frei zugängliche Eingangsbereich und die angegliederten Luxusgeschäfte lohnen einen Rundgang durch die 1. Etage. Die Deckenleuchter sind anders als ich sie sonst in den USA gesehen habe, wahre Kronleuchter - garantiert sündhaft teuer. In dem mittlerweile von der Hilton-Kette übernommenen Hotel grassiert überall der pure Luxus. Natürlich liegt das Hotel an der schönsten Ave Manhattans, der nördlichen Park Avenue (d.h. nördlich der 46. Straße), die eine besonders sehenswerte Reihe eleganter Wolkenkratzer beherbergt. 

Einkaufen bis zum Abwinken...

Die fünfte Avenue beinhaltet schließlich u.a. das Rockefeller-Center, das Einkaufszentrum New Yorks, das großzügig angelegt ist und alle möglichen Arten von Geschäften umfaßt, darunter z.B. auch Außenstellen der Lufthansa und anderer Fluggesellschaften sowie Buchläden, in denen ich auch die Bücher zur Science-Fiction-Serie "Space - above and beyond" (bei uns lief sie unter dem Namen Space 2063) vorfand und kaufte. Zu jeder Tages- und Wochenzeit (die Geschäfte haben fast ausnahmslos nonstop offen) herrscht hier wahrer Hochbetrieb und man ist - ähnlich wie am Time Square - großteils damit beschäftigt, Passanten auszuweichen; dabei sind die "Gehwege" an beiden Seiten der Fifth Avenue zusammen ungefähr so breit wie die Königstraße, aber in der Mitte fahren nun einmal die Autos (meist Taxis, wie erwähnt); es gibt in Manhattan keinerlei Fußgängerzonen. Selbst der Central Park wird von Querstraßen durchschnitten; allerdings dürfen die eigentlichen Wege in ihm nur von Fußgängern benutzt werden. 

"Kleines, großes New York"

Gaststätten und Imbisse etc. findet man in Manhattan wie Sand am Meer, aber die Enge in vielen davon ist schon erstaunlich. Z.B. mußte ich in einem davon feststellen, daß es wirklich winzig war (vier kleine Tische!) und nur durch Spiegel an den den Fenstern gegenüberliegenden Wänden größer erschien und es nur eine ziemlich dreckige Toilette für Bedienstete, sowie weibliche und männliche Gäste gab, in der man sich kaum drehen konnte. Empfehlen kann ich immerhin zwei Lokalitäten: die eine ist Jimmy Sungs China-Restaurant, das zwar nicht ganz billig, aber auch nicht allzu teuer und dabei sehr vornehm ist und zwischen der zweiten und dritten Ave an der 44. Straße liegt, und ein auch zum Dortessen (oberes Stockwerk) gut geeignetes Selbstbedienungsrestaurant in der 51. Straße an der Ecke zur dritten Avenue nur wenige Meter vom Hotel Pickwick Arms entfernt. 

Bilanz

Am Ende kann ich nur sagen, daß ich mich am Tag der Abreise seltsamerweise in New York bereits richtig heimisch fühlte und meine Erwartungen von dieser außerordentlichen Stadt noch übertroffen wurden. Es ist sogar so, daß ich erstmals in meinem Leben zeitweise das Gefühl hatte, ein Terraner zu sein und nicht einer bestimmten Nation oder auch nur dem europäischen Kulturkreis anzugehören - dieses Gefühl kann man vermutlich nur in New York empfinden.


 

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Fragen, Anmerkungen etc. an:  stefan.urbat@apastron.lb.shuttle.de

(URL:  http://www.lb.shuttle.de/apastron/NewYrk2.htm)