New York City

Die (mehr oder weniger heimliche) "Hauptstadt der Welt" war für mich überaus eindrucksvoll, obwohl ich während meiner Reise schon zuvor viele neue, hochinteressante Eindrücke gesammelt hatte. Immerhin hatte ich sechs Tage Zeit, Manhattan (darüber kam ich leider nicht hinaus) zu erkunden. Aus Bequemlichkeit und Ortsunkenntnis nahm ich nach meiner Ankunft am Flughafen ein Yellow Cab, um zum Hotel Pickwick Arms zu kommen (Midtown Manhattan, 51. Straße zwischen 2. und 3. Avenue). Das dauerte etwa eine Dreiviertelstunde und kostete mit Trinkgeld und Brückengebühr (Midtown-Brücke zwischen Brooklyn und Manhattan, man muß von JFK von Queens durch ganz Brooklyn und dann über eine der Brücken über den East River) immerhin gut 40$. Am Flughafen bekommt man von einem Bediensteten ein gelbes Formblatt (mehrsprachig) überreicht, in das man v.a. die Taxinummer (auf dem Dach bzw. an den Türen) und die Lizenznummer des Fahrers (am Armaturenbrett) eintragen soll, um bei Schwierigkeiten den Fahrer ermitteln zu können. Wie die meisten Taxifahrer war auch "meiner" ein Latinoamerikaner, der mir gleich versicherte, daß New York dreckig sei. Immerhin fand er das Hotel ohne Umwege; allerdings hatte ich mir auch die Position (s.o.) schon vorher eingeprägt, um diese dem Fahrer genau sagen zu können. Auf der Fahrt passierten wir u.a. ziemlich nahe das erleuchtete Empire State Building, das mir schon dabei riesig erschien. Das Pickwick Arms erwies sich als einfaches, aber relativ sauberes Hotel ("roh" 50 $ pro Übernachtung im Einzelzimmer OHNE Dusche und Toilette, beides Gemeinschaftseinrichtungen auf dem Gang) mit dem für Manhattan typischen Platzmangel (Zimmer in Minimalgröße). Die hygienischen Verhältnisse waren auf New Yorker Durchschnittsniveau, was nach unseren Maßstäben in der Tat nicht sehr sauber ist. Wie ich in der Folge feststellte, gibt es auch extrem wenige öffentliche Toiletten, so daß insbesondere für Frauen ein Aufenthalt in New York nicht ganz unproblematisch ist, wenn man durchschnittliche Verhältnisse annimmt. Hübsch sind auch die Berge aus Müllsäcken, die sich in regelmäßige Abständen an den Straßenrändern ansammeln, und gegen die die Müllabfuhr einen hoffnungslosen Kampf rund um die Uhr führt - ich hätte gerne (dies war für mich der einzige Anlaß!) eine Kamera gehabt, um dieses Problemchen der Megalopolis zu dokumentieren. 

Selbst gegen 22:00 herrscht in Manhattan noch ein enormer Auto- und Fußgängerverkehr; interessanterweise kommen die gelben Taxis für ungefähr die Hälfte der Autos auf den Straßen auf und der Rest teilt sich in Busse aller Art, Fahrdienste gehobener Hotels (i.a. für Normalbürger unbezahlbar), Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge und höchstens vereinzelt Privatleute. Insbesondere die zahlreichen Feuerwehreinsätze haben mich überrascht; aber das hat vermutlich mit der extrem dichten Ballung von Material und Menschen dort zu tun. Die Fahrerei wird durch den Umstand, daß alle Streets und die meisten Avenues Einbahnstraßen sind, auch nicht gerade vereinfacht, v.a. wenn man die Position des Ziels nicht genau kennt. Der enorme Verkehr macht die Nacht in jedem Hotel in (Midtown-)Manhattan nicht gerade sehr leise. Nebenbei ist interessanterweise auf fast allen Straßennamenschildern an einem seiner Enden die Freiheitsstatue abgebildet. 

Kathedralen und Wolkenkratzer

Ein paar Avenues weiter, aber auch an der 51. Straße, liegt die St. Patrick's Cathedral, ein gotischer Dom, etwas kleiner als der Kölner Dom. Von innen ist die Kathedrale sehr eindrucksvoll; sie fungiert auch als Sitz des New Yorker Erzbischofs. Diese große Kirche könnte auch in Europa stehen, sie hat keine US-amerikanischen Besonderheiten - bis auf einen Sounvenirstand IN der Kirche. Die Geschäftstüchtigkeit der Amerikaner macht eben nirgends halt. Auch die Trinity Church in Downtown Manhattan (am Anfang der Wall Street) sieht innen sehr kunstvoll aus. Beide Kirchen teilen das Schicksal aller anderen in Manhattan: sie kommen in dem "National Park of Skyscrapers" (Zitat eines US-Schriftstellers) zwischen den Wolkenkratzern, von denen Dutzende den Stuttgarter Fernsehturm auch an Höhe überragen, nicht richtig zur Geltung, obwohl sie auch von außen gut aussehen: aber man sieht die Kirchen schon ein bis zwei Querstraßen weiter nicht mehr. Ein weiterer Effekt ist, daß die durchaus häufig scheinende Sonne kaum eine Chance hat (nur zwei- bis maximal dreimal am Tag), in die tiefen Straßenschluchten zwischen den Gebäuderiesen hineinzuscheinen. Das ist auch der tiefere Grund dafür, weshalb man in New York eher weniger Leute als in Stuttgart mit Sonnenbrillen herumlaufen sieht, in striktem Gegensatz z.B. zu Kalifornien. Überhaupt schienen mir die New Yorker sehr "normal" bekleidet zu sein, nicht in der verrückten bzw. saloppen Art, wie man es in den Staaten im allgemeinen sieht. Das ändert aber nichts an der bunten Mischung von Hautfarben, die sich dort zeigt. Mein Eindruck war jedenfalls, daß tatsächlich, wie im Reiseführer erwähnt, in New York die europäisch-stämmigen Weißen nicht die absolute (aber die relative) Mehrheit im Bevölkerungsanteil der Stadt sind. Die wichtigsten anderen Gruppen sind die Schwarzen, die Latinos und eine eher kleinere Gruppe die Asiaten. Der Gesamteindruck ist jedenfalls, daß an einem durchschnittlichen Tag in Manhattan mutmaßlich jeweils ungefähr ein Drittel der Leute, die man sieht, in Manhatten wohnen, nur arbeiten oder nur Tourist sind. 

Hochinteressant ist Chinatown in Downtown Manhattan (d.h. im Süden). Diese wirkt wirklich chinesisch; bei der Mehrzahl der Geschäfte sucht man an den Fenstern vergeblich lateinische Buchstaben oder arabische Ziffern. Selbst die Straßennamen stehen auch noch in chinesischen Schriftzeichen auf den Straßenschildern. Außerdem ist dies eine der wenigen wolkenkratzerfreien Zonen in Manhattan. In Downtown, im Gegensatz zu Midtown, wo der Broadway die einzige Straße ist, die sich nicht in das recheckige Straßennetz einfügt, verlaufen die Straßen etwas ungleichmäßiger; es handelt sich ohnehin um den ältesten Teil New Yorks. 

Ausblicke über die Stadt

Daran ändert auch das World Trade Center nichts. Von diesem phantasielosen Gebilde, das sich quaderförmig als Doppelturm über alle anderen Gebäude New Yorks erhebt, hat man allerdings die beste Aussicht und weiteste Fernsicht über die Stadt und über die nähergelegenen Teile New Jerseys. Auf dem Hauptbeobachtungsdeck, das immer offen ist, gehen die Fensterscheiben vom Boden bis zur Decke. Dieses Deck erreicht man im Direktverfahren per Expresslift in nur 58 Sekunden (107. Stockwerk, ca. 400 m über dem Boden), der Aufzug fährt im Schnitt mit über 30 km/h auf und ab. Das Stockwerk 110., auf dem das nur von einem hohen Elektrozaun umgebene Rooftop Observatory liegt, war wegen der nicht sommerlichen Temperaturen allerdings während meines Besuchs unzugänglich (Ende März). Dort hat der Wind natürlich auch freie Bahn aus allen Richtungen (die hohe, aber schmale Antenne auf dem Zwillingsturm kann man nicht als Hindernis für ihn bezeichnen). Ebenso außergewöhnlich wie von unten nach oben (man kann das andere Ende stets sehen, da der Grundriß von oben bis unten identisch ist) erscheint auch der Blick von oben nach direkt unten, es ist wirklich ein frappierender Höhenunterschied. Mit dem Fernglas kann man hier die gesamte Umgebung genau studieren; am auffälligsten ist natürlich das Empire State Building, das nur wenig kleiner als das World Trade Center ist und den Ausblick in Richtung Midtown dominiert. Auf der anderen Seite liegt, und dafür ist ein Fernglas sinnvoll, auf einer Insel die Statue of Liberty. Auch den John F. Kennedy Airport in Queens kann man in östlicher Richtung deutlich erkennen, die Brücken über den East River und den Hudson River sind auch gut zu sehen (Teile von ihnen werden allerdings von anderen Wolkenkratzern verdeckt). Auffällig ist auch das mit 320 m dritthöchste Gebäude Manhattans, das Chrysler Building, dessen von Bögen gezierter sich verjüngender Kopfteil tags im Sonnenlicht glänzt. 

Kleine Flugzeuge und Hubschrauber fliegen tatsächlich weitgehend unterhalb des Beobachtungsdecks, was die Höhe angeht. Aber der Eindruck, in einem solchen Hubschrauber einen Rundflug über New York mitzumachen, war dennoch enorm, die ständig wechselnde Perspektive und das außergewöhnliche Fluggefühl (es war ein Bell 206 LongRanger mit Pilot und nur fünf Passagiersitzen) machten es zu einem sein Geld werten Erlebnis (kürzester Flug ca. 25 Minuten für 64 $). Name des Betriebs ist Helicopter Island, in der 34. Straße am East River. Auch am East River, allerdings in Downtown am Ende der Wall Street, liegt übrigens eine Viermastbark namens Peking. Mein Verdacht, daß es sich um ein Schwesterschiff der Passat (liegt in Kiel) handeln könnte, hat sich dann auch bestätigt: es ist einer der noch existierenden, wenn auch nicht mehr zur See fahrenden Flying-P-Liner. 

Vom Empire State Building hat man eine ebenfalls ausgezeichnete Aussicht über Manhattan. Die Turbolifte gehen allerdings aufgrund der Stufenform des berümtesten Hochhauses der Welt nicht ganz durch, sondern vom 1. nur bis in den 80. Stock, von wo man mit anderen Aufzügen weitere 6 Stockwerke zum Hauptbeobachtungsdeck fahren kann. Anders als im World Trade Center herrscht hier aufgrund des schmaleren Grundrisses in dieser luftigen Höhe eine gewisse Enge, die durch die vielen Sounvenirstände innerhalb des von Fenstern umrahmten Bereichs noch verschärft wird. Andererseits ist es vor den Fenstern natürlich ziemlich zugig, aber immerhin bricht der schmale Gebäudeteil, der noch höher hinaufreicht, den Wind ein wenig. Der Sicherheitszaun ist nicht viel anders als der des Stuttgarter Fernsehturms, obwohl die Höhe der Plattform mehr als das doppelte beträgt und der Andrang unvergleichlich größer ist. Von hier ist das schöne Chrysler Building besser zu sehen als vom weit entfernten, und natürlich in Richtung Downtown dominierenden Zwillingsturm des World Trade Center und da ich im Gegensatz zu diesem auf diesem Beobachtungsdeck nicht nur tagsüber, sondern auch einmal abends war, konnte ich es auch bei Nacht einmal beleuchtet von oben sehen. Überhaupt war dies der eindrucksvollste Ausblick über Manhattan: an jenem Abend, als die Dämmerung schon einigermaßen weit fortgeschritten und es ziemlich dunkel war, konnte ich nicht nur das Lichtermehr aus Wolkenkratzern, Straßen, Brücken usw. bewundern (auch der Times Square ist von hier teilweise zu sehen), sondern es war auch gerade erst der Vollmond aufgegangen, der klar erkennbar, aber scheinbar abgeplattet und durch die Atmosphäre gerötet direkt über dem Horizont stand sowie der möglicherweise Alpha Centauri-helle Komet Hale-Bopp, der sich schon zu dieser Uhrzeit mitten in Manthattan problemlos sehen liess. Wie ich feststellen konnte, wurde im amerikanischen Fernsehen auch stets auf die Möglichkeit hingewiesen, den Kometen zu sehen, und so haben auch einige andere Leute an diesem Abend offensichtlich die Chance genutzt, den Kometen von diesem dafür günstigsten Punkt Manhattans zu beobachten (höchster Punkt ohne Fenster und ohne nennenswertes Licht in unmittelbarer Nähe). Der gesamte Anblick war einer der eindrucksvollsten während meiner gesamten USA-Reise und zweifellos der schönste in New York. 

Handel und Sicherheit
 
Das World Trade Center besteht nicht nur aus dem Doppelturm, der weithin alles überragt, sondern auch aus einigen niedrigeren Gebäuden (mit nichtsdestoweniger zahlreichen Stockwerken). In einem davon befindet sich das Commodities Exchange, eine Warenbörse, die auch einen guten Eindruck vom amerikanischen "Kapitalismus pur" bieten soll. Leider war während meiner Anwesenheit diese Börse geschlossen und zwar insgesamt für neun Monate (!), wie meine Nachfrage beim Sicherheitspersonal ergab. Dies bringt mich zu einem "verwandten" Thema, dem ständigen Suchen von Aufsichtspersonal nach Waffen etc.: ob auf einem Beobachtungsdeck oder in der Wall Street (s.u.), auf der Statue of Liberty usw., man wird fast permanent "gefilzt", und zwar in einer Weise, die vielen Flughäfen Konkurrenz macht. Im Empire State Building mußte ich sogar die Schlüssel ablegen, um durch die Sicherheitsschleuse zu kommen. Wenn man einige der Sehenswürdigkeiten in relativ kurzer Zeit besucht, geht das ziemlich auf die Nerven, zumal bei meinen zahlreichen Flügen natürlich auch ohne Ende durchleuchtet wurde. 

Das New York Stock Exchange (NYSE) ist weltweit vereinfachend unter der Bezeichnung "Die Wall Street" bekannt. In der größten und wichtigsten Wertpapierbörse der Welt gibt es auch eine Art Visitor Center mit einer Galerie, von der man durch eine Glaswand (nachdem man vor Einlaß natürlich gefilzt wurde) das mehr oder weniger hektische Geschehen verfolgen kann. An meinem Besuchstag war nicht viel los in der nur mäßig großen Halle, die allerdings ziemlich dicht bevölkert ist; dafür dasselbe Bild vor diesem etwas älteren Säulengebäude: eine Menschenmenge, die das halbe Gebäude umgibt und dort hinein möchte. Daß man zunächst bis zu einem der Personaleingänge am Beginn der Schlange vorlaufen muß, um eine der kostenlosen(!) Eintrittskarten zu erhalten, und sich dann am Ende anzustellen hat, wenn die auf der Karte aufgedruckte Zeit demnächst erreicht ist (besser nicht früher als eine Viertelstunde vorher...), merken die meisten wie auch ich nicht sofort. Man muß jedenfalls mit einer Gesamtwartezeit von 1 bis 1,5 Stunden rechnen, und das in der Nebensaison! Innen kann man auch einige Informationen erhalten (u.a. interaktiv an Terminals), aber am interessantesten ist natürlich der Blick auf die Börse selbst. Auffällig ist, daß die Zeit anderer Börsenplätze der Welt im Zuge des heute weltweiten Aktienhandels auch auf zusätzlichen Uhren zu sehen ist, darunter sind Tokio, London und Hongkong, nicht aber Frankfurt. Offenbar ist die deutsche Wertpapierbörse im Handelsvolumen noch immer nicht ganz im Chor der Großen. Natürlich herrscht in der Einrichtung die Elektronik vor, nur die Glocke, mit der der Handelstag gestartet und beendet wird, ist noch altehrwürdig. Wie ich am nächsten Tag im TV-Kanal New York One erfuhr, war es an diesem Tag (nach dem, an dem ich da war) bei weitem nicht so ruhig, sondern es kam zu hektischen Verkaufsaktionen und einem gewissen Kursrutsch. Jedenfalls traf ich an meinem Besuchstag einige deutsche Studenten (während der Warterei), mit denen ich mich eine Weile unterhielt - überhaupt laufen in New York nicht wenige deutsche Touristen herum, auch zu dieser Jahreszeit. 

Freiheit, die wir meinen...

Am Südende von Manhattan liegt der Battery Park, an dessen Rand die Fähren zu den Manhattan vorgelagerten, zwischen Hudson River und Upper Ney York Bay liegenden Islands namens Ellis und "Statue of Liberty". Obwohl ich mitten in der Woche schon am frühen Morgen da war, herrschte schon beim Boarding ein unbeschreiblicher Andrang. Dies blieb den ganzen Tag über so, am schlimmsten war es vor und IN der Freiheitsstatue (die Fährenfahrkarten bekommt man noch entschieden am schnellsten). Mein Rat: man verzichtet besser darauf, in die Statue zu gehen, denn so spart man viel Zeit und Nerven. Auch nur in die Plattform des Pedestrial (Sockel) zu gelangen, kostete mich mindestens eineinhalb Stunden im kalten Wind und teilweise im Schatten der durchaus beachtenswert großen Statue. Wenn man auch noch zu Fuß (geht nicht anders) in die Krone vordringen will, muß man mit mindestens drei Stunden rechnen (350 Stufen sollen es sein). Warum so viele diese Anstrengung auf sich nehmen (so groß ist diese natürlich bei dem durch den Andrang erzwungenen Schneckentempo auch wieder nicht), ist mir ein Rätsel. Schließlich sieht man von außen die Statue, und nicht von innen. Ihr natürlich durch den Wettereinfluß entsandenes Grün (Kupferhaut!) macht sie besonders ehrfurchtsgebietend. Es war zweifellos das ungewöhnlichste große Gebäude, das ich auf meiner Reise gesehen habe und das ein besonders konstruiertes Stahlskelett hat (Ausstellung in der Plattform!). Für mich persönlich ist sie auch ein besonders wichtiges Symbol der menschlichen Freiheit und Würde. Als die Einwanderer noch alle zunächst auf Ellis Island untergebracht wurden, konnten zumindestens die an Deck und an den Bullaugen der Schiffe sich befindenden die Statue überdeutlich sehen. Auf Ellis Island war mehr Platz als in der Statue (die Insel mit der Statue selbst ist auch nicht zu überfüllt, man kann die Freiheitsstatue prinzipiell recht problemlos von allen Richtungen dort fotografieren), aber die Ausstellung zur Einwanderung in der Zeit bis ca. 1926 war durchaus interessant. Vor den Gebäuden steht eine Art Galerie von Stahltafeln, kreisförmig angeordnet, auf der sehr viele der Einwanderer von Ellis Island verewigt sind. Übrigens ist der Ausblick von überall auf den beiden Inseln im wesentlichen auf Downtown Manhattan beschränkt, da dieser Teil New York am nächsten liegt und seine Hochhäuser den Rest von Manhattan weitgehend verdecken (das ändert sich auch in der Statue nicht). 

Über dem East River

Ein weiteres interessantes Bauwerk liegt ebenfalls in Downtown, allerdings spannt sich die berühmteste Brücke New Yorks, die Brooklyn Bridge, in östlicher Richung über den East River. Dies ist die erste moderne Stahlseilhängebrücke der Welt, deren Pfeiler allerdings noch aus Steinen errichtet wurden und auf der für Fußgänger und Radfahrer eine erhöhte Holzplattform existiert, die ÜBER der Verbindungsstraße zwischen Manhattan und Brooklyn liegt. Es ist ein schöner Ausblick von diesem Holzsteg zwischen den Drahtseilen, während unter einem der Straßenverkehr strömt.  Anmerkung: das natürlich teure, berühmte River Cafe in Brooklyn, direkt unterhalb des einen Endes der Brooklyn Bridge gelegen (die Perspektive ist weltbekannt) mit daher guter Aussicht auf die Skyline von Manhattan, habe ich nicht besucht.

Massennahverkehrsmittel

An dem Beginn der Brooklyn Bridge in Manhattan liegt eine der vielen Metrostationen (erinnert doch an Paris oder?), in denen man eine der zahlreichen Subway-Linien nehmen kann. Für die Ausflüge von Midtown aus nach Downtown und zurück habe ich immer die U-Bahn genommen, die häufig fährt und meistens voll, aber nicht wirklich überfüllt ist. Kurios ist das Token-System, das allerdings dem Vernehmen nach noch in diesem Jahr (1997) abgeschafft und durch ein allgemeines Checkkartensystem ersetzt werden soll (ähnlich wie in San Francisco?). Man kauft für jeweils 1,5 $ ein Token, mit dem man beliebig weit durch New York fahren kann, bis man eine der Subway-Stations verläßt. Umsteigen und im Prinzip auch Richtungswechsel sind so ohne Zuzahlung kein Problem und die automatischen Sperren, die sich nur nach Einwurf eines Tokens oder Einschieben einer Ticketkarte öffnen, ersparen Kontrolleure und Kontrollen. Gut ist, daß bestimmte Linien orts- und zeitabhängig auch als sogenannter Expreß verkehren, d.h. nur an wenigen ausgewählten Stationen halten. Dies beschleunigt durch Vermeidung zu vieler Stops die Beförderung und man kann diese Linien immer durch Umsteigen von anderen v.a. für längere Strecken gut erreichen. So konnte ich mit der Linie A nach Umsteigen von E recht schnell die Station Howard Beech in Brooklyn erreichen, von der aus Flughafen-Shuttles (kostenlos) zum John F. Kennedy - Airport fahren (dauerte wenig länger als die Taxifahrt). Fast alle Wagen der U-Bahn sind heute klimatisiert. 

Der zweitgrößte Stadtpark der Welt und die Museen

Der Central Park in Midtown und Uptown Manhattan fügt sich brav in das rechteckige Straßenraster ein, er liegt genau zwischen 5. und 8. Avenue und 59. und 110. Straße (auch wenn diese Straßen am Park teilweise andere Namen tragen) und ist wesentlich ausgedehnter in Nord-Süd- als in Ost-West-Richtung (in dieser ist man relativ schnell durch ihn durchgelaufen, nicht aber in Nord-Süd-Richtung!). Im Park gibt es einige Sehenswürdigkeiten wie Seen, das "The Mall" genannte, längliche begehbare Teil, Bethesda Fountain und Belvederes Castle, um einige zu nennen, die ich gesehen habe. Als Kunstbanause interessierte mich die Museum Mile am Ostrand des Parks ebensowenig wie das noch auf dem Parkgelände liegende Metropolitan Museum of Art oder das sich mitten in Midtown befindende Museum of Modern Art. Dafür hatte das American Museum of Natural History mir einiges zu bieten, mehr als ich aufnehmen bzw. mir Zeit nehmen konnte. Pünklich zur Öffnung um 10:00 war ich dort und verbrachte dann gut 5,5 Stunden in dem riesigen Gebäude, ohne auch nur annähernd alles gesehen zu haben. So hatte ich mich dann hauptsächlich auf die größte Dinosaurierausstellung der Welt sowie die Meteoritenausstellung konzentriert, ohne jedoch alle anderen Räume zu ignorieren (ganz außer Acht gelassen habe ich ironischerweise nur den dem Menschen und seinen unmittelbaren Vorfahren gewidmeten Teil). Neben elektrisch in nach heutigem Kenntnisstand realistischer Weise bewegten Dinosaurierköpfen (Triceratops z.B.) und in entsprechend naturgetreuen Haltungen montierten Skeletten beeindruckten mich u.a. eine 1:1-Plastik eines Blauwals (Länge 30 m), der im Raum der Meeressäuger von der Decke hängt und den halben Luftraum des Riesensaals füllt sowie die umfassende Sammlung von Meteoriten, darunter auch einer der SNC-Meteoriten vom Mars. Überhaupt ist dort nichts von der Oberflächlichkeit zu bemerken, die in den USA öfter zu spüren ist: selbst als wahrscheinlich angesehene Sachverhalte werden ausdrücklich als spekulativ gekennzeichnet, wenn sie nicht wissenschaftlich als erwiesen gelten. Wie immer, war auch dieser Museumsbesuch v.a. für die Beine sehr anstrengend, nachdem ich allerdings vom Hotel auch zu Fuß bis zum Central Park und durch diesen hindurch bis zum Museum gelaufen war. So kapituliert man früher oder später auch bei dem größten Interesse (auch die Flugsaurier, Urzeithaie, urtümlichen Krokodile und Säugetiere sind hochinteressant) angesichts der Fülle der ausgestellten Objekte. Im Central Park sah ich u.a. die nur in dieser Grünzone zu beobachtenden, aber an der Ostküste laut Fachbüchern in der öffentlichen Stadtbibliothek allgemein häufigen Robins oder Wanderdrosseln, die etwa dieselbe Stellung einnehmen, wie bei uns die Amseln, und tatsächlich als echte Drosseln eng mit diesen verwandt sind. 


 

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Fragen, Anmerkungen etc. an:  stefan.urbat@apastron.lb.shuttle.de

(URL:  http://www.lb.shuttle.de/apastron/NewYork.htm)