San Francisco (und Berkeley) - die San Francisco Bay Area

Als eine der berühmtesten Städte der USA bildet San Francisco das Zentrum der extrem dicht besiedelten Bay Area, wie der Städtegürtel um die Bucht herum meist genannt wird. Hier stößt eine Stadt an die andere, entsprechend gibt es hier nicht viel freien Platz, was in den USA ungewöhnlich ist; die meisten anderen Städte dehnen sich gemessen an der Einwohnerzahl weit aus. Man kann durchaus Parallelen zum Ruhrgebiet oder dem Raum mittlerer Neckar ziehen, ersteres ähnelt der Bay Area v.a. in Ausdehnung und Besiedlungsdichte, zweiterer hat mit Stuttgart ein ähnlich großes, dominierendes Zentrum. Noch in anderer Hinsicht ähnelt San Francisco Stuttgart: die Stadt ist extrem uneben. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber weitgehend. 

Die v.a. in der EDV berühmten Städte Palo Alto und San Jose, die im Süden der Bay Area liegen, habe ich nicht besucht. Auch durch die in der Größe mit Nürnberg vergleichbare Stadt Oakland bin ich nur hindurchgefahren - sie hat einen schlechten Ruf und enthält nicht viel bemerkenswertes. Dagegen wohnte ich bei meinem Freund in der berühmten Universitätsstadt Berkeley, die etwas kleiner als Ludwigsburg ist und der man den universitären Charakter deutlich anmerkt. Übrigens sind US-typische Wolkenkratzer in der Bay Area ausgesprochen selten, die Gebäude sind i.a. auch nicht höher als in Deutschland und vielfach nur mit Holz gebaut. 

University of California, Berkeley

Das recht schön gestaltete Uni-Gelände ist sehr ausgedehnt und beherbergt die beste STAATLICHE Universität der USA, nur einige wenige private Unis in den Staaten können sich mit ihr messen: z.B. Stanford (in Palo Alto, Bay Area), Harvard und das MIT (Massachusetts Institute of Technology). Gegenüber der (s.o.) völlig überteuerten, weil relativ primitiven und nicht allzu großen Wohnung meines Freundes liegen Gewächshäuser und Beete, die nicht nur oberflächlich an Einrichtungen aus Hohenheim (Stuttgart-Plieningen) erinnern; tatsächlich wird u.a. auch dort in Berkeley wissenschaftlicher Gartenbau betrieben. 

Die technischen Einrichtungen (v.a. EDV) an Gastinstitut meines Freundes sind keinen Deut besser als die an "meinem" früheren Institut der Uni Stuttgart, er erklärte mir, daß die Informatik-Fakultäten dagegen wesentlich besser ausgerüstet sind. Auch die für mich interessanteste Bibliothek der Uni, die Evans-Bibliothek für Mathematik, Informatik und Astronomie, macht keinen besonders modernen Eindruck, ist aber exzellent mit Zeitschriften und Büchern ausgestattet. Dort gibt es im Gegensatz zu Stuttgart z.B. auch Ikarus, eine extrem spezialisierte Fachzeitschrift nur über unser Planetensystem. Auch einige interessante Fachbücher, die ich noch nie gesehen hatte, waren zu finden (dabei ist die Uni Stuttgart bibliotheksmäßig gar nicht so schlecht). So habe ich dort natürlich auch einige Stunden zugebracht. Die meisten Gebäude sind älteren Datums oder in älterem Stil erbaut, die moderneren sind auch weder sehr hoch noch verwegen oder scheußlich im Baustil. Auf den Aussichtsturm (soviel ich weiß ca. 80 m hoch) bin ich nicht gegangen; überhaupt wären 1 oder 2 Tage mehr Zeit für die Bay Area durchaus sinnvoll gewesen - aber die fest geplante Mietwagenrundreise und der nicht mehr beliebig zu legende Weiterflug nach New York ließen dort keinen zusätzlichen Spielraum. Zurück zum vorigen Thema: in der Hauptuniversität habe ich mich nicht lange aufgehalten; nachdem ich erst einmal etwas umhergeirrt war und dabei einem überaus freundlichen und hilfsbereiten (typisch für die USA) Mitarbeiter der Bibliothek aufgefallen war, stellte ich u.a. mit seiner Hilfe fest, daß die oben genannte Evans-Bibliothek für mich interessanter war. Es stellte sich heraus, daß er ironischerweise eine Zeitlang in Ulm studiert hatte und ihm daher sogar Ludwigsburg (Stuttgart sowieso) namentlich bekannt war. Er hatte daher dasselbe Problem wie ich mit umgekehrten Vorzeichen: es ist einfacher, die jeweils andere Sprache zu verstehen als sie zu sprechen. Zwar hatte ich im EDV-System schon selbst einige interessante Bücher finden können, aber er konnte man dann auch Angaben zum Standort machen (die Auskunft enthält den Bestand der gesamten Universität, die Bücher sind somit auf einige verschiedene Gebäude verteilt). 

Noch mehr Bücher...

Wie es sich gehört, gibt es in Berkeley auch sehr gute Buchhandlungen, u.a. Barnes & Noble, eine Kette in den USA, die ich später auch in New York im Rockefeller Center vorfand, und bei denen ich (in Berkeley) u.a. einen höchst nützlichen Taschenatlas und einen guten Reiseführer zu New York fand. 

Schon am Abend meiner Ankunft in der Bay Area konnte ich in Berkeley feststellen, daß z.B. der große Hund deutlich höher am Himmel steht, als in Mitteleuropa, was an der südlicheren Breite liegt. Es ist in Nordkalifornien i.a. nicht übermäßig heiß (außer im Hochsommer), aber im "Winter" wird es auch nicht wirklich kalt (außer in den Rocky Mountains natürlich). Im Winterhalbjahr regnet es etwas, aber es dominiert i.a. der wolkenlose Himmel und das Klima ist relativ trocken. Nur in der Nähe des Wassers, insbesondere den Hügeln von San Francisco, ist es aufgrund der Pazifiknähe etwas feuchter.

Verkehr in der Stadt mit zahllosen Hügeln

Vom Friscoer Flughafen hatte mein Freund mich dann zu sich nach Berkeley gefahren, mit seinem Renault, der in sehr schlechtem Zustand ist, hatte er dabei zwangsläufig die gewaltige Oakland Bay Bridge zu passieren. Diese Konstruktion, die 8 km über dem Wasser verläuft und von Anfang bis Ende der Rampen 13 km lang ist, besitzt zwei Stockwerke, wobei jedes für eine Fahrtrichtung reserviert ist (fünf Spuren auf jedem Stockwerk). Von der oberen hat man bei der Ost-West-Überquerung der Bucht eine ausgezeichnete Aussicht ringsherum über San Francisco und Oakland; nur auf dieser zahlt man eine Brückenbenutzungsgebühr von 1 $ - die Amerikaner denken sehr praktisch, da man eigentlich immer hin UND zurück muß, genügt es, in einer Richtung zu kassieren. Dies war übrigens bei allen Hängebrücken so, die ich während meines USA-Urlaubs per Auto passiert habe (die Golden Gate Bridge ist allerdings teurer: 3,50 $). Von einer anderen Möglichkeit, von Berkeley nach San Francisco hinüberzukommen, habe ich bei meinen Tagesausflügen und der Rückfahrt zum Flughafen Gebrauch gemacht: mit der BART (Bay Area Rapid Transit) kann man die nördliche Hälfte der Bay Area sehr gut bereisen. Sie fährt allerdings meist als U-Bahn u.a. auch unterhalb der Bucht im Meeresgrund, so daß man nicht viel sieht. Das Bezahlungssystem ist so ziemlich das beste, das ich bisher erlebt habe: man löst an einem Automaten für einen relativ beliebigen Preis eine Magnetstreifenkarte dieses Werts, die man bei Antritt und Beendigung der Fahrt in die entsprechenden Schlitze am Ein- und Ausgang steckt und wo der Preis der Fahrt auch per Aufdruck sichtbar dann von der Karte abgebucht wird. Fehlt etwas, kann man nachlösen, bleibt etwas übrig, bekommt man die Karte wieder und kann sie für die nächste Fahrt mit ihrem Restwert nutzen. Die nächste BART-Station war nur (gut) ca. 5 Minuten zu Fuß von der Wohnung meines Freundes entfernt gelegen. 

Das berühmteste Verkehrsmittel: die Cable Cars

Da die BART durch den südlichen Teil San Franciscos fährt und es im Gebiet nördlich davon vieles interessantes zu sehen gibt, kann man sinnvollerweise an einer der Haupthaltestellen in Frisco, der Powell Street in ein ungewöhnlicheres Verkehrsmittel umsteigen: die Cable Cars. Diese sind weder eine Straßen- noch eine Zahnradbahn, sondern eine ungewöhnliche Form von Seilbahn: zwischen den Schienen verläuft in einer in den Fahrbahnbelag eingelassenen Führungsnut ein sich permanent mit 15 km/h bewegendes Drahtseil, in das der Fahrer eines Cable Cars mit einem speziellen Hebel sich einhaken kann und dann den Cable Car schlicht mitzieht, außerdem gibt es ein Vierradbremssystem, das mit einem anderen Hebel betätigt wird. Bei den enormen Steigungen und Gefällen mitten in der Stadt ist dieses System sehr sinnvoll. Für einen Touristen ist es sehr praktisch, wenn er etwas in San Francisco herumkommen will, einen All Day MUNI Passport zu erwerben (Preis 6 $), den man nur IN z.B. den Cable Cars bekommen kann, mit dem man den ganzen Tag die Verkehrsmittel des MUNI nutzen kann (auch Straßenbahnen und Busse). Der MUNI ist eine Art Friscoer Verkehrsverbund. Ein Einzelfahrschein kostet unabhängig von der Entfernung 2 $, womit sich obiger Paß schon ab drei Fahrten an einem Tag lohnt; außerdem hat man dann nur einmal das Problem, daß die Fahrer von Cable Cars und Bussen grundsätzlich nicht wechseln, sondern nur passend gezahlt werden kann, so daß man u.U. Geld verliert, wenn man es nicht passend hat! Mit den Cable Cars zu fahren, ist ein echtes Erlebnis; man merkt es allen Touristen an, die damit fahren. Diese altehrwürdigen Wagen sind weitgehend offen (haben aber ein durchgehendes Dach) und man kann am Rand direkt auf Bänken sitzen, die nicht durch Geländer begrenzt werden oder sogar auf den Trittbrettern stehen. Dies soll bzw. darf man aber nur in Fahrtrichtung tun, damit man sich abfangen kann, falls man den Halt verliert - bei der niedrigen Geschwindigkeit kann man grundsätzlich auch bei "voller Fahrt" ohne echtes Risiko abspringen. Obwohl auch durch die häufigen Stops der Cable Car nicht das schnellste Verkehrsmittel ist, spart man bei seinem Gebrauch viel Anstrengung ein, denn die Straßen, die v.a. die beliebteste Linie Powell-Hyde Streets befährt, sind oftmals sehr steil. Am Straßenrand sieht man daher auch Schilder, die darauf hinweisen, wie Autos zu parken sind: mit angezogener Feststellbremse, eingelegtem Gang (bzw. bei den allgemein üblichen Automatikgetrieben in P-Stellung) und in Richtung der Abrollgefahr zum Bordstein hin eingeschlagenen Rädern. Einige dieser Straßen übertreffen in der Steigung sogar noch die alte Weinsteige, die in Stuttgart von der Zahnradbahn befahren wird. Am extremsten ist der Teil der Lombard Street, der zwischen Hyde und Leavenworth Street liegt und daher von der genannten Powell-Hyde-Linie von oben einzusehen ist: die sonst i.a. rechtwinklig-gerade verlaufenden Straßen sind hier ersetzt durch eine extrem enge (Einbahnstraße Richtung bergab) Serpentinenanordnung, die dennoch sehr steil abwärts führt und spaßeshalber mein Freund mit mir einmal mit seinem Schrotthaufen von Gebrauchtwagen heruntergefahren ist. Auf den Hügeln in den Randzonen Friscos liegen übrigens einzelne teure Luxusvillen, die von Bäumen umgeben sind. Dagegen ist die Innenstadt bis auf ein paar Stellen wie den Union Square ziemlich zu betoniert bzw. asphaltiert. Ein letztes zu den Cable Cars: von den drei Linien, die z.Zt. in Betrieb sind, ist v.a., aber nicht nur, die oben erwähnte fast stets so voll, daß man an den Endhaltestellen Mühe hat, überhaupt einen Platz zu bekommen, obwohl sie oft fahren. Eine Linie (California Street) verläuft quer in Ost-West-Richtung, die beiden anderen ein Stück gemeinsam die Powell-Street entlang, bevor sie sich dann trennen. 

Chinatown
 
Am östlichen Teil der California Street, etwa auf Höhe der Montgomery Street, liegt Chinatown. Dieser allerdings recht stark amerikanisierte Stadtteil, der dennoch v.a. von Chinesen bewohnt wird, ist neben dem Union Square ein Hauptgeschäfts- und Einkaufszentrum. Anscheinend kann man dort auch kräftig um Preise feilschen, was ich leider nicht ausprobiert habe (ich konnte die Torch = Halogentaschenlampe, die ich später in New Yorks Chinatown erwarb, dort nirgends entdecken). Immerhin wirkt es sehr bevölkert und eng und somit ziemlich chinesisch. Überhaupt bilden die Asiaten die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe in San Francisco und sind zahlreicher als Schwarze und Latinos zusammen, wenn auch weniger zahlreich als die Weißen, wobei letztere NICHT die absolute Bevölkerungsmehrheit stellen. Es ist kein Wunder, daß an der Westküste soviele Asiaten zu sehen sind, da dieser Teil der USA von Asien aus viel näher, direkt gegenüber am Pazifik, liegt, als die Ostküste. In Chinatown bekam ich auch den Adapter, den ich für meinen Rasierer brauchte. 

Das Bankenviertel

Östlich von Chinatown liegt der Financial District, der einzige Bereich in der Bay Area, in dem ich "real Skyscrapers" sehen konnte: das massive, mit einer "gezackten" Außenwand bzw. Fensterfront versehene Bank of America - Building (ganz in schwarz) ist 240 m hoch, die schlanke Transamerica Pyramid sogar 280 m, somit überragen beide den Stuttgarter Fernsehturm. Letztere ist eine eindrucksvolle Konstruktion, der man die Erdbebensicherheit auch ohne mathematisch-technische Analyse glaubt und deren Spitze anscheinend zur Weihnachtszeit rot-grün als modernistischer Tannenbaum erleuchtet ist. Das Banken- und Versicherungsviertel überragt durch diese und weitere Wolkenkratzer den Rest von San Francisco deutlich und diese Bauten sind daher im hochhausentwöhnten Frisco durchaus umstritten (Zitat: "südkalifornische Scheußlichkeit" - ein Seitenhieb gegen Los Angeles). Leider waren der Vater meines Freundes und ich zur falschen Uhrzeit im schwarzen Hochhaus der größten Bank Amerikas (s.o.), denn dort darf man nur die Aussicht vom obersten Stock geniessen, wenn der dortige Club of Bankers (um 15:00) bereits geschlossen hat. Später war dafür zu wenig Zeit. 

Einkaufen im reichen San Francisco

Um den Union Square und entlang der Powell Street bis zur Market Street liegen die Haupteinkaufsmöglichkeiten von San Francisco. Das Kaufhaus Maceys z.B. ist (anders als in New York!) so edel, daß ich mich kaum hineingetraut habe. Es hat im Eingangsbereich eine fast domartige Kuppel und ist luxuriös ausgestattet, laut mein Freunds Aussage sind gelegentliche Sonderangebote aber auch für Durchschnittsbürger erschwinglich. Typisch war auch, daß ein Asiate in einem so feinen Anzug, daß ich den Preis gar nicht wissen möchte, uns den Vortritt zur Rolltreppe ließ, obwohl wir - schon an der Kleidung erkennbar - nicht auf seinem finanziellen Niveau sind. Aber die Asiaten sind eben stets höflich und zuvorkommend und die Amerikaner bilden sich i.a. ohnehin nicht so viel auf Reichtum (wenn vorhanden) ein, wie man es oft in Europa erlebt. 

Auffällig sind auch die vielen Juweliergeschäfte in der Gegend. Man merkt deutlich, daß es in Frisco mehr als nur eine Handvoll Leute mit sehr viel Geld geben muß. Der Union Square selbst macht einen ungewöhnlichen Eindruck, denn er wird von Palmen umsäumt, während in der Mitte eine nicht ungewöhnliche Säule letztlich auf dem Dach einer unterhalb des Platzes liegenden Tiefgarage steht. Weil der Union Square ein beliebtes Touristenziel ist, entspricht dem auch die Konzentration an Bettlern. 

Ältere Gebäude

Weiter südöstlich im Civic Center liegen einige ältere bzw. in älterem Stil erstellte Gebäude, in denen v.a. kulturelles geboten wird. Für mehr Kunstinteressierte gibt es dort einiges zu finden. Im nördlich davon liegenden Nob Hill ist mir nur die Ruhe, die von den wohlhabenden Einwohnern auch gewünscht wird, und der weitgehende Mangel an Aktivität aufgefallen. Allerdings liegt dort auch das Fairmont Hotel, das durch die Serie "Hotel" als Drehort (darin "St. Gregory" genannt) weltweite Berühmtheit erlangte. Es ist eine Edelherberge für Leute mit dem nötigen Kleingeld (Suites bis 6000 $ pro Nacht). Eine Reihe von Fahnen flattert vor dem Eingang im Wind. 

Das Ufer der Bucht und Alcatraz...

Am Nordrand von San Francisco liegen die Piere, Fisherman´s Wharf mit einigen alten Seglern und Touristenläden sowie der Aquatic Park. Läuft man auf die Mole heraus, dann kann man sowohl die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz nördlich davon in der Bucht als auch west-nordwestlich die Golden Gate Bridge gut sehen (für letztere ist von da ein Fernglas nützlich). Alcatraz ist offenbar von den geschäftstüchtigen Amerikanern auch zu einem Touristenzentrum gemacht worden; der Leuchtturm auf der Insel erfüllt aber nach wie vor seinen Zweck. 

Naturwissenschaft zum Anfassen

Weiter westlich, schon etwas außerhalb der Innenstadt, findet man den Palace of Fine Arts, einen antik wirkenden Kuppelbau, der in einem neueren Nebengebäude das Explanatorium und den Tactile Dome enthält. Für letzteren hatte ich leider keine Zeit mehr (habe daher gar nicht geprüft, ob er überhaupt geöffnet hatte); aber das Explanatorium macht nicht nur sinnfällig, sondern auch durch Eingriff der Besucher nachvollziehbar, welche naturwissenschaftlichen Zusammenhänge bei mehr oder weniger alltäglichen Dingen bestehen. Für Lehrer und Schüler naturwissenschaftlicher Fächer ist es eine wahre Fundgrube anschaulicher und interssanter Möglichkeiten. 

Echt chinesisch essen

In der Nähe, im westlichen Teil der Lombard Street, liegt auch das Happy Valley, ein nicht ganz billiges, aber durchaus bezahlbares, lupenreines China-Restaurant mit edlen Gerichten und exquisitem Buffet. Man bekommt auf einer Flamme einen kleinen Kessel mit Wasser und etwas Fett, in den man die zu garenden, frischen Objekte - und wer es ganz zünftig möchte, z.B. auch noch lebende Krabben - hineingibt und wieder herausnimmt, wenn sie gar sind. Um ehrlich zu sein, ich konnte nicht alles identifizieren, was ich vom Buffet in den Topf zum Garen getan habe, aber es hat alles ausgezeichnet geschmeckt. Man sieht dort auch fast ausschließlich Chinesen essen, ein Zeichen für originale Zubereitung der Speisen. 

Am Golden Gate

Direkt unter der Golden Gate Bridge liegt Fort Point, in dem heute eine Ausstellung der früheren Seefestungsanlage zu sehen ist. Darin wird die Entwicklung dieses Forts bis zur allgemeinen Außerdienststellung solcher Einrichtungen gezeigt. Links und rechts davon erstreckt sich bis zur oben genannten Mole und auf der Pazifikseite auch noch ein Stück weit Sandstrand, an dem tatsächlich einige hartgesottene Badegäste zu sehen waren. Das Problem ist weniger die durchaus verträgliche Lufttemperatur (mindestens 15 Grad Celsius schätzte ich), als vielmehr die jahrein, jahraus gleiche Wassertemperatur von 11 Grad Celsius. Deswegen gibt es hier auch keinen "normalen", ausgedehnten Badebetrieb wie in Südkalifornien, wo das Wasser viel wärmer ist.

Am nordwestlichen Rand von San Francisco liegt das Wahrzeichen der Stadt: die Golden Gate Bridge, die spätestens seit der Krimiserie "Die Strassen von San Francisco" weltweite Bekanntheit erfahren hat. In der Tat sieht man permanent irgendwo auf der Brücke einen Trupp Maler bei der Arbeit, die riesige Brücke rostrot anzustreichen: erstens dient es als Schutz vor echtem Rost und zweitens paßt dies die Brücke so den bei Sonnenuntergang herrschenden Farben am Rande der Bucht am besten an. Wenn die Sonne auf sie scheint - und die Sonne scheint meistens, wenn es auch manchmal durch das viele Wasser neblig ist -, glänzt sie sehr schön im Licht. Übrigens ist die Brücke 2,7 km lang, davon 1,3 km zwischen den Pfeilern, die mit 227 m über dem Meeresspiegel höher sind, als der Stuttgarter Fernsehturm; die Fahrbahn befindet sich 67 m über dem Wasser und beinhaltet neben sechs Spuren, von denen je nach Verkehrslage mehr oder weniger für die eine bzw. die andere Richtung freigegeben sind, auch Gehsteige, die man ohne weiters benutzen kann (u.U. aber zu einer Zeit nur den auf einer Seite). Man kann die Brücke auch von erhöhtem Standpunkt betrachten: einer der nahegelegenen Hügel erreicht fast die Höhe der Pfeiler und bietet dadurch eine grandiose Aussicht. Natürlich sind mein Freund, sein Vater und ich mit dem Wagen meines Freundes auch einmal über die Brücke gefahren. Sie verbindet San Francisco mit einigen kleineren Orten im Norden der Bucht, ist aber als einzige Straßenverkehrsverbindung natürlich ein Nadelöhr. Im Norden liegt z.B. auch Sausalito mit den Hausbooten, die wir in der Ferne sehen konnten, und der State Park Muir Woods. 

Teil der längsten Fernstraße der Welt

Übrigens ist es die berühmte Transamerikana bzw. dort Highway 1 genannt, der über das Golden Gate verläuft und sich über die gesamte amerikanische Westküste von Alaska bis Feuerland erstreckt. 

Ziemlich hohe Bäume

Die Muir Woods verdanken ihre Riesen-Sequoias dem feuchtwarm-gemäßigten Klima an Nordwestrand der Bay Area. Obwohl die Mammutbäume dort "nur" maximal 80 m hoch werden, ergibt sich schon ein ganz anderes Erscheinungsbild als bei europäischen Wäldern - bei uns eingeführte Mammutbäume erreichen wegen des nicht allzu günstigen Klimas keine nennenswerten Höhen. Weiter nördlich, ebenfalls an der amerikanischen Pazifikküste, werden die Mammutbäume teilweise über 100 m hoch. Aber auch in den Muir Woods stehen sehr viele große und teilweise sehr alte (bis über 1000 Jahre) Riesenbäume. 

Alles in allem ist die Bay Area sehr abwechslungsreich und ihre "Hauptstadt" San Francisco immer eine Reise wert. 


 

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(URL:  http://www.lb.shuttle.de/apastron/Frisco.htm)